130 000 Quadratmeter Blühstreifen für Insekten aus Bauernhand
Es summt an Münsters Äckern

Münster-Nord -

Ein „blühendes Band aus Bauernhand“ säumt auf drei Metern Breite rund 43 Kilometer münsterischer Felder. An ihren Rändern gedeihen auf einer Gesamtfläche von 130 000 Quadratmetern Buchweizen, Phacelia, Lein, Koriander und Malven – ein Beitrag zum Artenschutz.

Donnerstag, 02.07.2020, 18:45 Uhr aktualisiert: 02.07.2020, 19:00 Uhr
Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Münster, und Landwirt Georg Schulze Dieckhoff mitten in einem Blühstreifen. Malve und Phacelia blühen schon, bald folgen auch die Sonnenblumen.
Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Münster, und Landwirt Georg Schulze Dieckhoff mitten in einem Blühstreifen. Malve und Phacelia blühen schon, bald folgen auch die Sonnenblumen. Foto: Matthias Ahlke

Die violette Phacelia blüht schon, Hingucker wie die gelben Sonnenblumen werden schon bald folgen. Das „blühende Band aus Bauernhand“ säumt auf drei Metern Breite rund 43 Kilometer münsterischer Felder. Es wird eine wunderbare Augenweide. Doch das ist sekundär: Vor allem dient es der biologischen Vielfalt, bietet Wild- und Honigbienen, Hummeln, Schmetterlingen und vielen Insekten Nahrung. Die Saatmischung, die Georg Schulze Dieckhoff, Milchviehhalter und Ackerbauer, allein in Münsters Norden entlang der Felder des Landwirtschaftlichen Ortsverbands Sprakel auf rund vier Kilometern Länge im Frühjahr gesät hat, enthält über zehn ein- bis überjährige Kulturarten. Gräser sind nicht darunter.

Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Münster, liegt das Projekt, das in Münster vor zehn Jahren seinen Anfang nahm, am Herzen. Begonnen habe es zusammen mit der Stadt Münster unter dem Motto „Münster blüht auf“, erzählte sie am Donnerstag auf Hof Schulze Dieckhoff. Inzwischen wird das Projekt von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft begleitet: Es erstreckt sich vom Münsterland bis nach Ostwestfalen-Lippe, ins Ruhrgebiet sowie ins Sauer- und Siegerland.

Die Stiftung stellt den Landwirten das Saatgut kostenlos zur Verfügung, das jeweils speziell für die Bedürfnisse der Region zusammengestellt werde. So blühen an den Rändern der münsterischen Äcker auf einer Gesamtfläche von 130 000 Quadratmetern zum Beispiel Buchweizen, Phacelia, Lein, Koriander und Malven. Die Bauern verzichten zwar auf einen Teil ihres Ertrags, leisten aber einen Beitrag zur Artenvielfalt, der ihnen durch die Stärkung der Population der bestäubenden Insekten zugute kommt. Denn auf Biene und Co., die auch Kulturpflanzen wie Obst oder Raps bestäuben, können sie nicht verzichten. Zugleich bieten die vielfältigen und schönen Blühstreifen Wildtieren Lebensraum und Deckung – eine Win-win-Situation für alle Beteiligten zu Lande und in der Luft.

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