Artenvielfalt: Reich gedeckt ist der Tisch für Hummel und Co. in Sandrup
Bienen-Menü: Es ist angerichtet

Münster-Sandrup -

Die Sandruper Heimatfreunde wollen einen Beitrag zum Erhalt der für die Bestäubung so wichtigen Bienen-Population leisten. Mit Antonie Averbeck haben sie eine langjährige und versierte Imkerin gefunden, die mit Rat und Tat zur Seite steht – und eine nahrungsreiche Blühwiese für die Immen gibt es auch.

Freitag, 31.07.2020, 05:33 Uhr aktualisiert: 31.07.2020, 05:40 Uhr
Borretsch, Dill, Kornblume, Klee, Malve, Disteln, Phacelia, Kamille, Schafgarbe und Gräser
Borretsch, Dill, Kornblume, Klee, Malve, Disteln, Phacelia, Kamille, Schafgarbe und Gräser Foto: Katrin Jünemann

Hummel, Biene und Co. tauchen tief ein in die üppige Wildblumen-Wiese, die Alfred Bölling ihnen am Rand seines Garten auf einer Stilllegungsfläche angelegt hat – mit Hilfe von Landwirt Georg Schulze Dieckhoff, der bei ihm im Frühjahr wie an vielen Feldrändern in Münsters Norden auch eine spezielle Saatgutmischung zur Förderung der Artenvielfalt der Insekten in den Boden eingebracht hat.

Alfred Bölling, Vorsitzender des Heimatvereins San­drup-Sprakel-Coerde, ist bekanntlich unter die Imker gegangen. Denn auch die Sandruper Heimatfreunde wollen einen Beitrag zum Erhalt der für die Bestäubung so wichtigen Bienen-Population leisten. Mit Antonie Averbeck haben sie eine langjährige und versierte Imkerin gefunden, die mit Rat und Tat zur Seite steht.

Für die Bienen am Heimathaus ist es nur eine kurze Flugstrecke bis zum üppig gedeckten Tisch auf der anderen Seite des Max-Klemens-Kanals; zumal Bienen, was die Nahrungssuche anbelangt, einen Radius von bis zu fünf Kilometern hätten, erzählt die Imkerin. Fünf Kilometer seien die Distanz, die man wahren müsse, wenn man ein Bienenvolk teile, und das neue Volk an einer anderen Stelle ansiedeln wolle: „Sonst fliegen sie zurück.“

Imkerin Antonie Averbeck und Alfred Bölling, Vorsitzender des Heimatvereins Sandrup-Sprakel-Coerde

Imkerin Antonie Averbeck und Alfred Bölling, Vorsitzender des Heimatvereins Sandrup-Sprakel-Coerde Foto: Katrin Jünemann

Wie Antonie Averbeck mit geübtem Blick in die Böllingsche Blumenwiese feststellt, hat sich das luxuriöse Speise-Angebot bei den Heimathaus-Bienen längst herumgesprochen. „Es gibt Kundschafter-Bienen, die herumfliegen und suchen, wo es etwas zu holen gibt.“ Wo das ist, teilen sie ihrem Bienenstock dann mit dem Schwänzeltanz mit. Bienen seien durchaus wählerisch: „Es kann sein, dass sie mitten im Raps stehen, aber lieber ganz woanders eine Nahrungsquelle suchen“, erläutert die Imkerin.

Im Juni und Juli sei das Nahrungsangebot im Vergleich zu anderen Jahreszeiten nicht sehr üppig: Das sei für die Bienen eine „Durststrecke“. Deshalb seien Blühstreifen ein wichtige Hilfe in dieser Zeit – „auch für die Wildbienen“.

Offenbar liegt der Heimatverein mit seinem Engagement für die Biene goldrichtig: Denn der Bienenlehrpfad, der entlang der Wiese am Heimathof angelegt worden ist, werde von den Besuchern der Anlage sehr gut angenommen, berichtet Al­fred Bölling. Neun Bildertafel geben dort einen prägnanten Einblick in die Welt der Bienen.

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