Dem Röntgenblick entgeht nichts
Lastwagen-Schwerpunktkontrollen von Polizei und Zoll

Münster-Sprakel -

X-Ray: Mit einer mobilen Röntgenanlage war das Hauptzollamt bei einer Lastwagen-Kontrolle an Autobahn-Rastplätzen in der Nähe von Sprakel auf der Suche nach Schmuggel- und Gefahrengut.

Mittwoch, 14.10.2020, 19:26 Uhr aktualisiert: 14.10.2020, 20:43 Uhr
Mit der „vollmobilen Röntgenanlage“ scannte der Zoll am Mittwoch auf dem Rastplatz Plugger Heide verdächtige Lastwagen.
Mit der „vollmobilen Röntgenanlage“ scannte der Zoll am Mittwoch auf dem Rastplatz Plugger Heide verdächtige Lastwagen. Foto: hpe

Sie ist der Schrecken aller Schmuggler, weil ihr nichts verborgen bleibt: Am Mittwoch setzte das Hauptzollamt bei einer groß angelegten Lastwagen-Schwerpunktkontrolle auf den Rastplätzen Plugger Heide und Sandrup an der Autobahn 1 in Höhe Sprakel erstmals ihre „vollmobile Röntgenanlage“ ein.

Das Gerät scannt binnen weniger Sekunden einen kompletten Lastwagen inklusive Fahrerkabine. Speziell geschulte Bildauswerter des Zolls schauen dann auf einem Monitor im Einsatzfahrzeug nach Unregelmäßigkeiten. „Wir entdecken eine doppelte Wand auf dem Aufbau, hinter der Zigaretten, Alkohol und Drogen versteckt sind und sehen auch, wenn zwischen der Ladung etwas Verdächtiges liegt“, so Thorsten Krebs vom Hauptzollamt Köln.

Kontrollen durch Scan schneller

Mit dem rechtwinkligen Röntgenarm, der am Lastwagen entlang fährt, ist nach kurzer Zeit ein Ergebnis zu sehen. „Nur im Verdachtsfall muss der Fahrer jetzt mühsam abladen, insgesamt gehen die Kontrollen aber für alle Beteiligten durch den Scan wesentlich schneller, als früher“, erläutert Krebs.

Schmuggelware wird diesmal zwar nicht entdeckt, trotzdem stellen die Teams von Polizei, Zoll und TÜV etliche Verstöße fest.

Klaus Laackman, Leiter Verkehrsdienst bei der Polizei Münster: „Ein junger Fahrer aus Serbien hatte überhaupt keine Papiere dabei und keine Lenkzeiten-Dokumentation an Bord, wir mussten den Kleintransporter stilllegen.“ Die Firma weigerte sich am Telefon, ihrem Fahrer aus der Patsche zu helfen, 2000 Euro Kaution wären fällig gewesen. Jetzt muss der junge Mann sehen, wie er ohne Fahrzeuge in seine Heimat zurückkommt.

Bei einem anderen Kleintransporter aus Polen fallen ungesicherte Kanister mit undefinierbaren Flüssigkeiten auf, die ohne jegliche Sicherung und Fixierung einfach so auf der Ladefläche stehen.

23 Anzeigen geschrieben

Insgesamt wurden im Laufe des Tages 23 Anzeigen geschrieben, in 33 Fällen war ein Verwarnungsgeld fällig.

Insgesamt vier Lastwagen wurden vorläufig stillgelegt, Darunter auch ein Lastwagen aus Russland, der ungesichert mit 28 Tonnen Holz unterwegs war. Auch für ein Anhänger-Gespann, das stark deformiert war und ein altes Feuerwehrauto transportierte, war die Fahrt zu Ende. „Die gute Zusammenarbeit aller Kontrollorgane ist wichtig, weil das Regelwerk des gewerblichen Personen- und Güterverkehrs sehr komplex ist“, sagt Einsatzleiter Mathias Kalow.

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