Interessengemeinschaft Sandrup ist weiter am Ball
Windräder: Zwei Klagen laufen noch

Münster-Sprakel -

Seit 2016 wendet sich die Interessengemeinschaft Sandrup gegen den Bau von zwei Windrädern vor Ort. Zwei Klagen laufen noch.

Samstag, 31.10.2020, 06:26 Uhr
Seit vier Jahren
Seit vier Jahren Foto: Gunnar A. Pier

Die Vorbereitungen für den Aufbau der drei Windräder in Sandrup und Häger laufen, wie berichtet. In Sandrup gibt es nach wie vor die Inter­essengemeinschaft gegen den Bau der Anlagen vor Ort, auch wenn sie sich in der letzten Zeit nicht öffentlich zu Wort gemeldet hat. Bereits seit 2016 wendet sie sich gegen den Bau der ursprünglich von den Stadtwerken Münster geplanten Windräder: zu groß, zu nah, so die Kritik. So brachte es die Interessengemeinschaft von Anfang an auf den Punkt.

Die Stadtwerke sind nicht mehr am Zug: Sie haben das Windenergieprojekt an die iTerra energy Projektholding verkauft, die derzeit baut.

Von Anfang an war den Bürgern die Gesundheit ein besonderes Anliegen. „Es ist nicht nur die optisch bedrängende Wirkung, die stört, sondern besonders die Geräuschemission dieser Industrieanlagen“, erklärte die Interessengemeinschaft schon vor vier Jahren. Daran hat sich bis heute nichts geändert: Nach wie vor geht es der Interessengemeinschaft um „den Schallschutz und die bedrängende Wirkung sowie die durch beide Faktoren resultierende gesundheitliche Beeinträchtigung“, erläutert Burkhard Bölling .

Die Sandruper unternahmen vieles, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen und fanden schließlich Gehör in der Bezirksvertretung Nord. Diese hatte Mitte Juni 2016 dem Antrag der CDU zugestimmt, ein aktualisiertes Gutachten zur Aufstellung der 65. Änderung des Flächennutzungsplans in Auftrag zu geben. Die Ratssitzung Ende Juni 2016 endete mit dem Ergebnis, dass der Entwurf zur 65. Änderung des Flächennutzungsplans, in dem neue Windkonzen­trationszonen ausgewiesen werden sollten, erneut offengelegt werden musste. Und die Zone 4 ­„Coerheide/Kanal“ wurde herausgenommen. Das Votum der Bezirksvertretung Nord, ein neues Gutachten einzuholen und die Änderung des Flächennutzungsplans so lange auszusetzen, fand aber keinen Eingang in die Ratssitzung.

Die Sandruper Interessengemeinschaft blieb über die Jahre am Ball. Anfang vorigen Jahres hat sie Klage gegen die Genehmigung zur Errichtung von zwei Windenergie-Anlagen am „Sandruper See“ durch die Bezirksregierung eingereicht.

„Wir waren an einem Punkt angelangt, wo anscheinend nichts mehr half“, schaut Burkhard Bölling von der Interessengemeinschaft zurück. Aktuell laufen noch zwei Klagen, so Bölling: eine verwaltungsrechtliche und eine zivilrechtliche. Nachdem die Klage eines Mitglieds der Interessengemeinschaft vor dem Verwaltungsgericht negativ beschieden worden sei, sei Berufung beim Oberverwaltungsgericht eingelegt worden. Die zivilrechtliche Klage liege beim Landgericht.

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