Heiraten in Zeiten von Corona
Hochzeiten aufs Frühjahr verschoben

Münster-Kinderhaus -

Manche Brautpaare planen ihre Hochzeit mindestens ein Jahr im Voraus und haben genaue Vorstellungen davon, wie sie diesen besondern Tag in ihrem Leben gestalten wollen. Dazu gehört für viele auch die kirchliche Trauung.Doch Corona macht oft einen Strich durch die Rechnung.

Donnerstag, 05.11.2020, 06:03 Uhr aktualisiert: 05.11.2020, 07:31 Uhr
Eine Hochzeit
Eine Hochzeit Foto: Meyer

In diesem Jahr lässt sich kaum etwas planen. Ob runde, besondere Geburtstage oder eine Hochzeit: Corona ist omnipräsent.

Manche Brautpaare planen ihre Hochzeit mindestens ein Jahr im Voraus und haben genaue Vorstellungen davon, wie sie diesen besondern Tag in ihrem Leben gestalten wollen. Dazu gehört für viele auch die kirchliche Trauung.

Pfarrer Ulrich Messing weiß um die besondere Bedeutung, die dieser Tag für Brautpaare hat. Manche wünschten sich, an einem ganz bestimmten Tag zu heiraten. „Etwa an dem Tag, an dem sie sich kennengelernt haben, oder an einem Geburtstag“, berichtet der Pfarrer von St. Marien und St. Josef. Das hat nun in diesem Jahr coronabedingt nicht immer klappen können. „Da ist wohl so manche Träne geflossen“, sagt er.

Zwischen zehn und 20 Anfragen habe es im ersten Halbjahr für einen Hochzeitstermin gegeben. Es habe dann Absagen gegeben, und die Termine seien in das nächste Jahr verschoben worden. Vor allem in das Frühjahr. „Wir versuchen immer, gute neue Termine zu finden“, sagt der Pfarrer. Aber eine 100-prozentige Garantie gebe es nicht.

Trauungen weiterhin möglich

Zwei Trauungen hätten noch vor dem zweiten Lockdown stattfinden können.

Trauungen seien auch derzeit möglich: „Aber man kann anschließend nicht feiern“, spricht Pfarrer Ulrich Messing einen wichtigen Aspekt an. Und so zielten die Anfragen zu Trauungen nun eben auf die erste Hälfte kommenden Jahres.

In der evangelischen An­dreas-Kirche gab es in diesem Jahr drei Trauungen. Vormerkungen für nächstes Jahr gebe es noch nicht, berichtete Pfarrer Frank Beckmann. Und aktuell gebe es für den November keine Anfragen. Im Herbst werde, wohl jahreszeitlich bedingt, sowieso eher selten geheiratet.

Neue Einschränkungen ab dem 2. November

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  • Bund und Länder wollen angesichts dramatisch steigender Corona-Infektionszahlen den gemeinsamen Aufenthalt in der Öffentlichkeit nur noch Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen gestatten. Dies gelte verbindlich, Verstöße gegen diese Kontaktbeschränkungen würden von den Ordnungsbehörden sanktioniert, beschloss Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder am Mittwoch (28. Oktober) in einer Video-Konferenz. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen seien angesichts der ernsten Lage inakzeptabel.

    Foto: Paul Zinken
  • Schulen und Kindergärten sollen trotz der stark steigenden Corona-Zahlen auch im November verlässlich geöffnet bleiben. Die Länder sollten aber weitere Schutzmaßnahmen einführen. Auch Gottesdienste sollen nach den Worten von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) weiterhin erlaubt sein. Allerdings müssten die Hygienekonzepte unbedingt eingehalten werden.

    Foto: dpa
  • Trotz drastisch steigender Corona-Infektionszahlen sollen Groß- und Einzelhandel im November offen bleiben. In einer Videokonferenz einigten sich die Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch (28. Oktober) aber darauf, dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro zehn Quadratmeter aufhalten darf. In der Beschlussvorlage des Bundes war ursprünglich von 25 Quadratmetern die Rede gewesen.

    Foto: Kira Hofmann
  • Bund und Länder wollen wegen der Corona-Krise auch Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, im November deutschlandweit weitgehend untersagen. So sollen Theater, Opern oder Konzerthäuser vom 2. November an bis Ende des Monats schließen. Dies solle auch für Messen, Kinos, Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken und Wettannahmeeinrichtungen gelten. Auch Bordelle und andere Prostitutionsstätten sollen geschlossen werden.

    Foto: Julian Stratenschulte
  • Freizeit- und Amateursportbetriebe auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen sollen ebenfalls im November schließen, Individualsport soll von dieser Regelung ausgenommen werden. Der Profisport ist im November nur noch ohne Zuschauer zugelassen. Das gilt auch für die Fußballbundesliga.

    Foto: Alessandra Tarantino
  • Gastronomiebetriebe wollen Bund und Länder vom 2. November für den restlichen Monat ebenfalls schließen. Davon ausgenommen sein soll die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause, Kantinen sollen offen bleiben dürfen. Außerdem sollen touristische Übernachtungsangebote im Inland im November verboten werden. Diese dürften nur noch für notwendige Zwecke wie zwingende Dienstreisen gemacht werden. Die Bürger werden aufgefordert, generell auf private Reisen und auf Verwandtenbesuche zu verzichten.

    Foto: Karl-Josef Hildenbrand
  • Bund und Länder wollen wegen der sich verschärfenden Corona-Krise ebenso Betriebe im Bereich der Körperpflege wie Kosmetikstudios, Massagepraxen oder Tattoostudios im November schließen. Friseursalons bleiben aber - anders als im Frühjahr - unter den bestehenden Hygienevorgaben geöffnet. Auch medizinisch notwendige Behandlungen wie Physiotherapien sollen weiter möglich sein. Das geht aus der Video-Konferenz von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch hervor.

    Foto: Angelika Warmuth
  • Industrie, Handwerk und Mittelstand solle sicheres Arbeiten umfassend ermöglicht werden, heißt es. Die Arbeitgeber müssten ihre Mitarbeiter vor Infektionen schützen. Bund und Länder fordern die Unternehmen angesichts hoher Corona-Infektionszahlen eindringlich auf, Heimarbeit zu ermöglichen - wo immer dies umsetzbar ist.

    Foto: Sebastian Kahnert
  • Der Bund plant milliardenschwere Nothilfen für Unternehmen, die von den vorübergehenden Schließungen zur Eindämmung des Coronavirus betroffen sind. Dazu gehören auch die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft. Erstattet werden sollen Umsatzausfälle, die Finanzhilfe soll ein Volumen von bis zu zehn Milliarden Euro haben.  Außerdem soll der Schnellkredit der staatseigenen KfW Bankengruppe für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten geöffnet und angepasst werden.

    Foto: imago stock&people
  • Für Angehörige einer Risikogruppe wie Kranke, Pflegebedürftige, Senioren oder Behinderte solle es zügig und prioritär Corona-Schnelltests geben. Der besondere Schutz in diesem Bereich dürfe aber nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation führen.

    Foto: María José López
  • Zur Einhaltung der Maßnahmen sollen flächendeckend die Kontrollen verstärkt werden. Zudem sollen Bund und Länder sollen Bürgerinnen und Bürger verstärkt über die Corona-Maßnahmen informieren «und durch möglichst einheitliche Maßnahmen die Übersichtlichkeit erhöhen», heißt es in dem Papier.

    Foto: Oliver Werner
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