Wolbeck
„Mukisa“ heißt „Segen“

Mittwoch, 19.11.2008, 20:11 Uhr

Münster-Wolbeck. Der Reiseführer für Uganda liegt auf dem Tisch, griffbereit. Immer wenn Kathrin McNair einmal ein wenig Zeit erübrigen kann, dann vertieft sie sich in das Buch, ist in Gedanken schon oft in Kampala, der Hauptstadt des ostafrikanischen Staates, in die sie am 2. Januar eine einjährige Reise antreten wird. Diplomierte Heilpädagogin ist die Wolbeckerin , seit August.

Auch die Tatsache, dass sie in direktem Anschluss an ihr Studium ins Berufsleben hätte einsteigen können, dass sie eine Arbeitsstelle gehabt hätte, hielt sie nicht von ihrem Entschluss ab. „Ich wollte nach dem Studium schon immer erst Auslandserfahrungen sammeln“, betont sie. Über eine Diplomarbeit, die ihr während ihres Studiums an der Katholischen Fachhochschule in Münster in die Hände fiel, wurde die 25-Jährige auf ein Kinderhilfsprojekt in Uganda aufmerksam, das von zwei Frauen aus Münster, von Sonja Hagedorn und Alexandra Brückner , sowie einer ugandischen Physiotherapeutin vor zwei Jahren gegründet wurde und den Namen „Mukisa Foundation“ trägt. Mukisa, das ist der ugandische Ausdruck für „Segen“.

Speziell der Frühförderung behinderter Kinder ist das Projekt gewidmet. Was auch dem Studienschwerpunkt von Kathrin McNair entspricht. Umso mehr freut sie sich auf die Arbeit dort, hofft möglichst viel von dem Gelernten aus ihren zahlreichen Praktika anwenden zu können. „Mich reizt besonders, dass die Anforderungen so facettenreich sind, das zum Beispiel auch eine intensive Elternarbeit dazugehört“, sagt sie. Und so berichtet sie, dass die Mütter der Kinder in das Projekt eingeschlossen sind. Computer- und Nähkurse sollen dazu beitragen, den Frauen eine Perspektive für ihr weiteres Leben aufzuzeigen. Lesen und Schreiben wird einigen von ihnen zudem beigebracht. Es solle eine Art Starthilfe sein, so die Wolbeckerin.

„Anders als in Deutschland werden hier auch Kinder betreut, die älter sind als sechs Jahre, es gibt keine Altersbeschränkung“, berichtet sie weiter. Drei Tage in der Woche werden die Kinder in der Tagesklinik versorgt, von einem engagierten Mitarbeiterteam, zu dem auch Afrikaner, zählen. Und natürlich so engagierte Menschen aus allen möglichen Ländern wie Kathrin McNair, die helfen möchten, die auf Bezahlung verzichten, die ihren Aufenthalt dort selber finanzieren.

Seit einem Jahr spart die Wolbeckerin ganz gezielt auf die Reise hin, hat deshalb auch ihren Platz in einer WG aufgegeben und ist wieder ins elterliche Haus gezogen, um die Miete zu sparen. Sorgen, dass sie nach ihrer Rückkehr Probleme haben könnte, einen Arbeitsplatz zu finden, hat sie nicht. Sie baut auf die Kontakte, die sie während ihres Studiums hat knüpfen können.

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