Wolbeck
Ganz transparent die Wärme dämmen

Donnerstag, 18.12.2008, 19:12 Uhr

Münster-Wolbeck. Für die geplanten Umbaußnahmen kommt der junge Forschergeist wahrscheinlich doch zu spät. Auch wenn schon vor Monaten die umfangreichen Umbauten am Westpreußischen Landesmuseum hätten in Angriff genommen werden sollen. Aber bis das gestern im Drostenhof vorgestellte Projekt einer Schülergruppe des Pascal-Gymnasiums, in dem eine ganz spezielle Wärmedämmung für historische Bauwerke am Beispiel des Drostenhofs entwickelt wurde, einmal in eine serienreife Produktion geht – bis dahin sollten im Museum die Handwerker doch wohl schon längst abgezogen sein.

Ihr Projekt präsentierten die fünf Pascalschüler der Klasse 10 E2, Vanessa Henel , Jovana Dragicevic, Frederik Sandfort , Florian Rehwinkel und Jonas Gebker, im großen Festsaal des Museums – an einer prädestinierten Stätte. Sei doch hier, so Dr. Martin Steinkühler, eine Verbesserung der Wärmedämmung besonders notwendig. Interessiert verfolgte der wissenschaftliche Mitarbeiter des Musueums die Ausführungen der Schülercrew, die vor einer Woche mit ihrem Projekt beim Schülerwettbewerb „bizz4u“, initiiert von der „Industrie in Münster “ (IiM), den ersten Platz belegt hatte.

„Weil historische Bauwerke meist schlecht gedämmt sind, und dadurch hohe Energiekosten entstehen, haben wir uns überlegt, wie eine zu alten Bauten passende Wärmedämmung aussehen könnte“, erläuterte Vanessa. Die Idee, den Drostenhof als Objekt auszuwählen, war mehr oder weniger Zufall. Einen Kalender mit historischen Bauten hatte ihnen Kai Ontrup, Mitarbeiter der Firma Heijmans Oevermann und neben Lehrer Winfried Gossmann Betreuer des erfolgreichen Quintetts, an die Hand gegeben. „Unsere Wahl ist auf den Drostenhof gefallen, weil hier im Vergleich zu den Bauten am Prinzipal-markt nicht soviele Fenster an den Fassaden sind“, erläuterte Frederik. Die Grundüberlegung: Es sollte eine transparente Wärmedämmung an der Außenfassade sein. Überlegungen, eine sogenannte Schrumpffolie zu verwenden, die sich wie seine zweite Haut um das Gebäude wickelt, waren zunächst da, wurden aber verworfen, da die Haut den Nachteil hat, dass sie schwitzt, also wurde dieser Ansatz verworfen. Einfaches Isolierglas zu nehmen, verbat sich, weil es zu sehr spiegelt. Und die Idee einer Glas-Kunststoff-Konstruktion wurde geboren, aus zwei Elementen bestehend und ein Vakuum bildend, das durch Abstandshalter in Form transparenter Kugeln noch verstärkt wird.

„Der Vorteil sei, dass diese Konstruktion auf großen Flächen nicht zu sehen ist“, erläuerte Jonas an einem kleinen Modell des Drostenhofs, das die Schüler als Demonstrationsobjekt angefertigt hatten. Die Bedeutung des Vakuums betonte Frederik noch einmal: „Das lässt praktisch keine Wärme raus.“

Die jungen Forscher haben mit großem Engagement ihr Projekt vorangetrieben, haben sehr viel Freizeit investiert und Spaß dabei gehabt, eigene Ideen zu verwirklichen. Sie wollen auch den jetzigen Staus quo ihres Projektes nicht auf sich beruhen lassen, sondern es weiterentwickeln und mit Unternehmen Kontakt aufnehmen.

„Bei uns wird eher die bislang übliche Art der Wärmedämmung Anwendung finden“, ist sich Steinkühler sicher. Und: „Wir warten sehnsüchtig darauf, dass es endlich losgeht.“

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/343631?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F144%2F599270%2F599271%2F
Großfeuer am FMO: Ursache bislang unklar
Die betroffenen Fahrzeuge auf den Ebenen 1 und 2 verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. Insgesamt waren 72 Autos betroffen.
Nachrichten-Ticker