Wolbeck
Bereits die fünfte Generation

Montag, 28.06.2010, 18:06 Uhr

Münster-Wolbeck - Als Eduard Cortain 1869 in Wolbeck die Engel-Apotheke gründete, ahnte er sicher nicht, dass 141 Jahre später diese Apotheke ohne Unterbrechung noch immer in Familienbesitz sein würde. Ist ja auch etwas sehr Außergewöhnliches, besonders in unserer schnelllebigen Zeit. Mit ihrer langen Tradition ist die Apotheke mittlerweile zweifelsohne auch ein Teil der Geschichte des Wigbolds geworden.

Ab dem 1. Juli wird mit Alexandra Johann die fünfte Generation die Apotheke an der Münsterstraße offiziell übernehmen. Die 36-Jährige wird Nachfolgerin ihrer Mutter Barbara Hoebink-Johann , die, wie sie sagt, ihren Beruf 45 Jahre mit viel Herzblut gelebt hat. Immer wieder habe sie sich während dieser Zeit über die Akzeptanz gefreut, die sie erlebt habe. Für sie sei ihr Beruf Berufung gewesen, sagt sie und dafür sei sie sehr dankbar.

Sie sei jetzt mit 65 Jahren im Rentenalter, könne die Apotheke zwar sicher noch weiterführen, aber für sie sei es ganz wichtig, dass der Generationenwechsel rechtzeitig erfolge. Ein bisschen zurücklehnen wolle sie sich , sagt sie. Ihr Engagement in den verschiedenen Vereinen, in denen sie mitwirkt, wird sie aber wohl kaum zurückschrauben. Ortsverbundenheit ist ein gelebtes Wort in der Familie Johann-Hoebink.

Aber ganz zurückziehen aus dem Berufsalltag, das wird sich Barbara Hoebink-Johann sicher nicht, auf jeden Fall nicht sofort. „Den einen oder anderen Nachtdienst werde ich wohl noch übernehmen“, sagt sie. Und Alexandra Johann wird glücklich sein, ab und an auf den reichen Erfahrungsschatz und das Fachwissen ihrer Mutter zurückgreifen zu können.

Seit sieben Jahren arbeitet sie mit ihrer Mutter in der Engel-Apotheke bereits zusammen, hat dabei einerseits die dörfliche Struktur Wolbecks schätzen gelernt, die andererseits trotzdem ein vernetztes Arbeiten ermögliche. So etwa mit dem Achatius-Haus oder mit Westfalenfleiß.

„Man ist nicht allein, mit dem, was man tut. Es macht die Arbeit einfach schöner“, erklärt die Apothekerin. Ihren Wohnsitz hat sie allerdings nicht in Wolbeck, sondern am Aasee. Bewusst. „Da kann ich einen gewissen Abstand halten, den ich durchaus genieße“, ist sie ganz ehrlich.

Ein bisschen traurig ist sie, dass der Name „Hoebink“ nun aus der Generationenkette verschwinden wird. „Ich bin deshalb auch gar nicht böse, wenn er mir hier und da versehentlich zugedacht wird“, sagt die 36-Jährige, die nach dem Abitur eigentlich etwas Künstlerisches hatte studieren wollen, Sprachen vielleicht auch.

Doch die enge Berührung mit dem Apothekengeschäft von Kindesbeinen an zeigte dann doch ihre Wirkung. Sie entschloss sich zu einer Ausbildung zur Pharmazeutisch-Technischen Assistentin (PTA) und studierte an der Uni Münster Pharmazie. Doch sicher zur Freude ihrer Eltern? „Die haben mich nie in diesen Beruf gedrängt, aber froh waren sie sicher“, berichtet die Wolbeckerin, für die es eine ganz besondere Freude ist, dass, wenn am Donnerstag (1. Juli) zu einem Sektempfang geladen wird, auch ihre 90-jährige Großmutter Ingeborg Hoebink dabei sein wird, aus der dritten Generation des Familienunternehmens. „Sie nimmt regen Anteil an allem, was sich um die Apotheke dreht“, betont Alexandra Johann. „Und für mich ist es einfach schön, wenn sie am 1. Juli dabei ist.“ Familienverbundenheit.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/337947?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F144%2F599052%2F599060%2F
Nachrichten-Ticker