Wolbeck
Hexensabbat vor der Kirche

Montag, 12.07.2010, 17:07 Uhr

Münster-Wolbeck - Es war ein Fest von Wolbeckern für Wolbecker . Das wurde spätestens klar, als Darsteller und Zuschauer sich zum gemeinsamen mittelalterlichen Tanz vor der Bühne an der Nikolaus-Kirche vereinten, als die Zeitreise in die 700-jährige Geschichte des Wigbolds begann, zu der der Förderkreis Drostenhof bei seinem zehnten Sommerfest eingeladen hatte.

In vier Episoden zeigten die Laiendarsteller ihre Fähigkeiten. So beeindruckten Susann Nowak als Witwe Meinhövel und Hannes Tacke als Bischof Ludolf von Holte als Wolbeck im Mittelalter umkämpft wurde und demonstrierte die Tanzgruppe „Punctum Saliens“ eine fast perfekte Darbietung zeitgenössischen Tanzes, hervorragend musikalische begleitet vom Ensemble „Woodventi“.

Temperamentvoll und blenden kostümiert fegten drei Hexen über die Bühne, vom Gipfel des Brockens seien sie gekommen, sagten sie und wurden gespielt von Annegret Richter , Beate Schwegmann und Lucia Hamsen, während sich die vermeintliche Hexe Hille Feiken (Hanan Jöns-Anders) dem Richterkollegium stellen musste, zu dem sich Mitglieder der Achatiusbruderschaft aufgeschwungen hatten.

Auch die Revolutionsjahre um 1800 waren Thema. Tänzerisch auf die Bühne gebracht aus Wolbecker Perspektive von der Tanzgruppe Teens, sprachlich unter anderem umgesetzt von Carl-Otto Münch als Richter.

Und wer aus Wolbecks neuerer Geschichte berichtet, der kommt natürlich am Karneval nicht vorbei. Ulrich Schröder, Ehrenpräsident der ZiBoMo, ließ den Ziegenbaron von Renesse wieder auferstehen, und Hippenmajor Andreas Schwegmann brachte kurzerhand sein Lied mit Tanzeinlage auf die Bühne. Und auch Ziegenbock Johannes zeigte sich als bühnentauglich.

So fügte sich das Sommerfest des Förderkreises glänzend in das Festwochenende „700 Jahre Wigbold“ ein. Gewollt natürlich, wie Dr. Reinhard Sappok, Vorsitzender des Förderkeises, ausdrücklich betonte. Entscheidend für das Gelingen sei das große Engagement von Markus von Hagen gewesen. Der Kabarettist und Autor hatte nicht nur als Regisseur seine Fähigkeiten bewiesen, sondern auch als motivierender Menschenkenner. Hatte er es doch geschafft, viele Wolbecker für diese Zeitreise zu gewinnen. „Es geht einfach darum, den Leuten deutlich zu machen, was sie können“, betonte von Hagen. Zudem sei es gelungen, im Stadtteil ein richtiges kleines Netzwerk von Hilfeleistenden zu bilden, erklärte von Hagen und meint damit unter anderem die Kostümschneider, die Leute, die Probenräume zur Verfügung gestellt oder die, die Fahrdienste geleistet haben. Hagens Resümee: „Alle haben mitgezogen“.

Trotz aller Ungereimtheiten und Ungewißheiten über die Zukunft des Drostenhofes ist Sappok entschlossen, das vom Förderkreis aufgestellte Jahresprogramm weiter durchzuziehen. Unterstützung findet er dabei bei Dr. Günter Brockhoff, Vorsitzender der Kulturstiftung Westpreußen und Gast beim Sommerfest. Ein kleiner Solidaritätsbeweis. Sind doch beide über die derzeitige Entwicklung beim Preußischen Landesmuseum recht bestürzt, denn die Nichtverlängerung des Mietvertrages bedeutet nichts anderes als eine neue Standortsuche für das Museum. Die habe auch schon eingesetzt, bestätigt Brockhoff. Auch wenn der Mietvertrag noch bis 2012 läuft. „Dabei hatte alles mit der Finanzierung so gut gepasst.“ Das große Bedauern war Brockhoff anzumerken.

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