Wolbeck
Haltestelle in der Warteschleife

Mittwoch, 01.09.2010, 18:09 Uhr

Münster-Wolbeck - Dass man hier das Übel im wahrsten Sinne des Wortes an der Wurzel packen müsste, ist unübersehbar. Ganz gleich, ob man an der Endhaltestelle der Buslinie 8 am Buxtrup (Nogatstraße) nun vorne rein oder hinten raus möchte: Baumwurzeln erschweren dort einen sicheren Ein- und Ausstieg. „Das ist eine echte Stolperfalle und besonders im Dunkeln gefährlich. Muss hier erst etwas Schlimmeres passieren?“, hatte sich eine Leserin der Westfälischen Nachrichten besorgt gezeigt. Schnelle Abhilfe ist allerdings nicht zu erwarten, wie am Mittwoch bei der zuständigen Stelle zu erfahren war.

Anders, als mancher vielleicht erwartet, sind das aber nicht die Stadtwerke Münster als Bus-Unternehmen. „Unsere Verkehrsmeister fahren die Haltestellen zwar regelmäßig ab, und das Problem ist uns auch bekannt“, sagte Pressesprecherin Petra Willing auf Anfrage der WN. „Allerdings sind Bau und Unterhaltung von Bushaltestellen Angelegenheit der Stadt, an die wir die Sache weitergeleitet haben“, teilte sie mit.

Auch dort ist die „Problem-Haltestelle“ durchaus ein Begriff. Das Tiefbauamt hat die Fläche schon teilweise mit Schotter geglättet, sieht aber auf die Schnelle ebenso wenig eine dauerhafte Lösung wie das Amt für Verkehrsplanung. Zum einen ließen sich die Baumwurzeln nicht einfach entfernen, wie Grit Hecht , bei der Verkehrsplanung zuständig für die Haltestellen, betont. „Das Problem ist zudem, dass die Haltestelle genau zwischen zwei Privatzufahrten liegt“, erläutert sie, warum es sich nicht vermeiden lässt, dass Ein- und Ausstiegsbereich exakt mit dem „Hoheitsgebiet“ der beiden Bäume kollidieren.

Bereits seit Längerem im Visier hat die Stadt deshalb eine Verlegung der Haltestelle in die nur einige Meter weiter liegende Parkbucht, wie es nun auch die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-Südost (allerdings aus Gründen der Verkehrssicherheit) beantragt hat. Im Rahmen des Förderprogramms zur Verbesserung von Bushaltestellen will die Stadt besagten Standort nicht nur versetzen, sondern auch behindertengerecht umbauen. „Das wird aber frühestens 2012 passieren“, prognostiziert Grit Hecht. „Schließlich haben wir derzeit noch rund 65 Haltestellen, die verbessert werden sollen, in der Warteschleife“, gibt sie zu bedenken. An der Haltestelle Nogat­straße ist also vorerst weiterhin Vorsicht gefragt.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/337462?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F144%2F599052%2F599057%2F
Nachrichten-Ticker