Wolbeck
Mit oder ohne Museum?: Förderkreis Drostenhof sucht Neuanfang

Samstag, 20.11.2010, 10:11 Uhr

Münster-Wolbeck - Die Stadtteilkulturarbeit in Wolbeck , die sich der Förderkreis Drostenhof in seiner Satzung auf die Fahnen geschrieben hat, hängt am seidenen Faden. Seitdem klar ist, dass das Westpreußische Landesmuseum den Drostenhof verlassen muss, um sich mit mehr Raum und modernen Museumsstandards neu für die Zukunft aufzustellen, gerät das Gesamtkonzept des Förderkreises aus dem Lot: Er versteht sich nicht nur als Kulturveranstalter, sondern auch als Unterstützer des Drostenhofs und der Museumsarbeit. Zugespitzt wird die Zukunftsfrage durch die Tatsache, dass der seit elf Jahren erfolgreich arbeitende Vorstand um Dr. Reinhard Sappok im März 2011 definitiv aufhört.

Sappok umriss bei einer Krisenversammlung am Donnerstagabend die Optionen:

» Falls das Museum ins Wolbecker Amtsgebäude umzieht, könnten die Synergien von Museum und Kulturarbeit in Wolbeck fortgesetzt, Name und Satzung des Vereins entsprechend geändert werden.

» Verlässt das Museum Wolbeck, löst sich der Förderkreis ersatzlos auf, oder es wird ein Nachfolgeverein gegründet, der unabhängig vom Museum Kultur in Wolbeck organisiert.

Zur Standortsuche des Museums konnte Museumsdirektor Dr. Lothar Hyss nichts Konkretes sagen, außer dass „der Auswahlprozess zwischen mehreren dem Museum vorliegenden Angeboten, darunter die Bezirksverwaltung Wolbeck, andauert“. Wie sensibel das Thema ist, war daran zu erkennen, dass sich Hyss wortgenau an eine vorbereitete Erklärung hielt.

Die Zukunftsdebatte des Förderkreises lief damit ins Leere. Prof. Hein Hoebink: „Wir können die Diskussion nicht sinnvoll weitertreiben, solange keine Klarheit über den Standort besteht. Wir sollten die Entscheidung, die wir nicht beeinflussen können, abwarten.“ Damit liegt die Zukunft der Stadtteilkultur womöglich in fremder Hand. Sappok formulierte unmissverständlich: „Ohne das Museum ist Kulturarbeit schwer machbar. Das Museum stellte kostenlos die Infrastruktur, die geheizten Räume und erledigte den Vorverkauf. Das ermöglichte niedrige Eintrittspreise. Kultur in Zusammenarbeit beispielsweise mit den Kirchen ist möglich, es wird aber großer Energie bedürfen, diese Arbeit weiter zu betreiben.“

Unter diesen Voraussetzungen steht die Suche nach einem neuen Vorstand unter einem schlechten Stern. Sappok: „Wir haben viele illustre Personen in Wolbeck befragt - die Ausbeute war mager, gleich null.“ Am Donnerstag bildete sich ein Arbeitskreis, der einen Vorstand nominiert und neue Ideen entwickelt für die verbleibende Zeit im Drostenhof und darüber hinaus. Zu dem Arbeitskreis gehören Ferdinand Jendrejewski, Willi Schriek, Dieter Alke, Rolf und Elisabeth Müller, Marita Rath und Rolf Linnemann.

Mit viel Applaus wurden Dr. Reinhard und Inge Sappok für ihre Vorstandsarbeit bedacht. Inge Sappok: „Es hat viel Spaß gemacht und viele haben mitgeholfen.“ Beide boten potenziellen Nachfolgern ihre Hilfe an, sofern es gewünscht sei.

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