Wolbeck
Bürgerforum geht juristisch gegen „Rettet den Esch“ vor

Samstag, 29.01.2011, 14:01 Uhr

Münster-Wolbeck - Mit der Ruhe am Esch ist es offenbar schon vor dem Bau der Ortsumgehung vorbei. Seit Monaten schwelt ein Streit zwischen dem Verein „Rettet den Esch“ und dem Bürgerforum Wolbeck . Seit Januar ist dieser Streit auch Dorfgespräch in Wolbeck. Der Grund: Der Verein „Rettet den Esch“ hat den Briefwechsel mit dem Bürgerforum auf seiner Homepage veröffentlicht. Nun beschäftigt dieser Fall auch die Juristen.

Doch der Reihe nach. Im Sommer fing es mit einem Schlagabtausch per Leserbrief in den WN an. Duellanten waren die Eschstraßen-Aktiven und Prof. Hein Hoebink, Sprecher der AG Ortsgestaltung und Verkehr im Bürgerforum. Als der Verein im August Hoebink zum Gespräch bat, stellte er mit Blick auf seinen vollen Terminkalender ein Gespräch erst im Februar in Aussicht. Das empfand der Verein als Affront, da Hoebink weiterhin Zeit fand, Leserbriefe zum Thema zu schreiben und quasi indirekt Öffentlichkeit herstellte. Daraufhin schalteten Ernst Mackel und Bernhard Jauernick vom Vereinsvorstand „Rettet den Esch“ den Bürgerforumsvorsitzenden Dieter Alke und dessen Stellvertreter Dr. Manfred Wienzek ein.

Dem Briefwechsel ist zu entnehmen, dass Alke und Wienzek zeitnah zu einem Gespräch bereit gewesen seien, doch die vom Verein geforderte Pressepräsenz ablehnten. Die folgenden Briefe nahmen an Schärfe im Ton zu und gipfelten in einem zehnseitigen Schreiben von Mackel und Jauernick, in dem sie Alke und Wienzek einen Katalog mit über 70 Fragen vorlegen und um Antworten bitten. Pikant daran: Am Schluss des Schreibens wird das Verhalten der Bürgerforumsakteure mit „politischen Heckenschützen“ verglichen und als „brüskierend“, „herabsetzend“ und „feige“ bezeichnet. Des weiteren behält sich der Verein vor, den Briefwechsel öffentlich zu machen.

Dieter Alke und Manfred Wienzek sind am 6. Januar per Rechtsanwalt gegen die Veröffentlichung der Briefe im Internet vorgegangen, bestätigt Alke auf WN-Anfrage. Als Frist zur Löschung der Briefe war der 16. Januar genannt. Offenbar konnte der Brief des Rechtsanwalts aber erst im zweiten Anlauf nach der Frist zugestellt werden. In seinem Antwortschreiben bat der Verein Rettet den Esch um Zeitaufschub und sagte eine Antwort bis zum 31. Januar zu.

Zu spät meinen Alke und Wienzek, nun liegt die Sache wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung bei Gericht. „Kein weiterer Kommentar“, sagt Alke mit Rücksicht auf das schwebende Verfahren.

„Wir sehen dem gelassen entgegen und haben einen Rechtsanwalt eingeschaltet“, erklärt Bernhard Jauernick, zweiter Vorsitzender von „Rettet den Esch“, auf WN-Anfrage. „Wir fühlen uns nicht ernst genommen und beleidigt“, erklärt Jauernick, warum der Verein auf einem öffentlichen Gespräch mit dem Bürgerforum beharrt und die Briefe öffentlich machte. Die Auseinandersetzung um das Sachthema sei schließlich eine Angelegenheit von öffentlichem Interesse.

In Wolbeck sorgt der Streit indes für einiges Kopfschütteln. „Die Form der Auseinandersetzung gehört sich nicht. Das hat keinen Stil, so geht man nicht miteinander um“, meint CDU-Bezirksvertreter Horst Karl Beitelhoff. „Man darf nicht persönlich werden. Das macht ja gerade politische Kultur aus, dass man trotz unterschiedlicher Bewertungen miteinander redet und zu Kompromissen kommt“, meint SPD-Ratsherr Kurt Pölling.

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