Spannungsgeladen improvisiert
Konzert mit Orgel und Bariton widmet sich in St. Nikolaus dem Advents-Geschehen

Münster-Wolbeck -

In der Bescheidung, im Reduzierten liegt häufig der Schlüssel zur Klarheit. Eine Orgel, ein Sänger, ein Thema: „Macht hoch die Tür“ lautete das Leitmotiv des Orgelkonzerts im Advent in St. Nikolaus, bei dem Jutta Bitsch die Orgel spielte und Thorsten Schwarte den Part des Bariton übernahm.

Mittwoch, 14.12.2011, 06:12 Uhr

Orgel und Bariton erschlossen wohlartikuliert Werke wie Bachs Vertonungen von „Auf, auf, die rechte Zeit ist hier“, das selten zu hörende „Liebster Immanuel“ und auch „Ich steh‘ an deiner Krippen hier“, 1653 von Paul Gerhardt getextet.

Als Schwerpunkt des Konzerts dürfen die freien Improvisationen von Bitsch gelten. „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ präsentierte Bitsch als Sonate im romantischen Stil, nicht überladen, sondern mit fließenden Läufen ergänzt. Spannungsgeladen improvisierte sie ein Rondo mit Variationen im klassischen Stil über „Macht hoch die Tür“.

Ruhig, unaufgeregt dann die Improvisation einer Passacaglia über „Es kommt ein Schiff geladen“ - tiefe Töne: still zieht das Schiff seine Bahn, unaufhaltsam, doch im Schiff bahnt sich etwas an. Das sind Klänge, die dem meditativen Zweck eines geistlichen Konzerts entgegenkommen.

Besonders frei sind meist die letzten Improvisationen – so auch hier in der Toccata über „Tochter Zion“. Einem langen Präludium folgt erst nur ein kurzes Zitat der Liedmelodie, dann verarbeitet Bitsch das Motiv frei und kraftvoll, dem Inhalt angemessen: „Sieh, dein König kommt zu dir, ja er kommt, der Friedefürst. „Tochter Zion, freue dich, jauchze laut, Jerusalem!“

Bitsch und Schwarte, Kantor in St. Nikolaus , sind Kollegen. Beide Elemente des Konzerts sind Spezialitäten von Bitsch. Sie gewann Preise für Orgelimprovisation und mit einer Vertonung des Johannesprologs für Bariton, Klarinette und Chor. Die hauptamtliche Kirchenmusikerin an der Heilig-Kreuz-Kirche ist als Bezirkskantorin auch für die Ausbildung und die Zusammenarbeit von Chören zuständig.

Beide ernteten den kräftigen Applaus der etwa 40 Gäste

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