Das ist echte Landliebe: Christian Dreyer baut sich selbst seine Karriere auf
Landwirt aus Leidenschaft

Münster-Wolbeck -

Er liebt die Landwirtschaft und mit Herzblut baut er an seiner eigenen Karriere auf dem Land: Christoph Dreyer aus Wolbeck. Eine Erfolgsgeschichte, die Mut macht.

Montag, 06.08.2012, 10:08 Uhr

Das ist echte Landliebe: Christian Dreyer baut sich selbst seine Karriere auf : Landwirt aus Leidenschaft
Nach dem Abschluss fand Christoph Dreyer eine Stelle im Wolbecker Milchviehbetrieb Mindrup. Der frühere Azubi ist mittlerweile selbst Ausbilder. Foto: hk

Was macht ein junger Mann, der Landwirt werden möchte und keinen Hof besitzt? Er sucht sich einen. Als Angestellter vorerst.

Christoph Dreyers Herz hat schon immer für einen grünen Beruf geschlagen. Seine Eltern als gelernte Gärtner gaben ihm die Richtung vor, so dass sich der Hauptschulabsolvent zunächst für den Beruf des Garten- und Landschaftsgärtners entschied. „Aber das Betriebsklima war nicht gut“, erzählt der Wolbecker und brach die Ausbildung ab. Die Leidenschaft zur Natur blieb.

So begann er das erste Lehrjahr auf dem Hof Josef Weimann in Wolbeck , um dort die Betriebszweige Milchvieh und Schweinemast kennen zu lernen. Das Interesse für Schweine konnte er im Folgelehrjahr bei dem Gievenbecker Norbert Kreuzheck vertiefen und verfolgte die Abläufe der modernen Ferkelproduktion mit intensiver Sauenhaltung. „Es hat sehr viel Spaß gemacht“, lobte Christoph Dreyer.

Die nächste Wahl fiel im dritten Lehrjahr auf den Schweinemast- und Ackerbaubetrieb Schulze Dernebockholt. Somit konnte man dem ausgewiesenen Schweinespezialisten mit dem Abschluss „Landwirtschaftliche Fachkraft“ nichts mehr vormachen. Dass Christoph Dreyer bei allen drei Höfen jeweils der erste Auszubildende war, zeichnet ihn als Vollblutlandwirt aus.

Für Christoph Dreyer sollte es weitergehen. „ Besser sofort, sonst kommst du aus dem Lernen raus.“ Ermutigt von seinen Lehrherren meldete er sich im August 2010 für die so genannte Schweineklasse der Fachschule für Agrarwirtschaft in Wolbeck an, um nach dem zweijährigen Besuch als Staatlich geprüfter Agrarbetriebswirt abzuschließen. Drei Facharbeiten fertigte er im zweiten Jahr an, unter anderem entwickelte er eine Betriebsoptimierung für den nachbarlichen Betrieb Schwegmann.

Seit dem 1. August gibt es auf dem Ausbildungs- und Milchviehbetrieb Peter Mindrup viel zu tun. Eine völlig neue Aufgabe für den Agrarbetriebswirt Dreyer: 120 Kühe wollen täglich gemolken und gefüttert werden.

Dass es einen Fachkräftemangel in der Landwirtschaft gibt, ist vielen nicht bewusst. Durch die immer größer werdenden Betriebe kommen Aufgaben auf die Betriebsleiter hinzu, die sie alleine nicht mehr bewältigen können. Allein 15 Anfragen hatte Christoph Dreyer auf eine Anzeigenschaltung im Landwirtschaftlichen Wochenblatt erhalten. So haben auch ausgebildete Landwirte ohne einen eigenen Hof eine Chance. Wie der junge Agrarbetriebswirt, der zudem eine Ausbildereignungsprüfung absolviert hat und damit den Azubis zur Seite stehen kann.

„Zum Beruf Landwirt gehört Leidenschaft“, so Dreyer, der seine knapp gewordene Freizeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Wolbeck und bei seinen Wasserziervögeln verbringt. Ein Naturbursche durch und durch.

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