Stadtwerke investieren 3,3 Mio. Euro in Windenergieanlage
Krater im Kreuzbach

Münster-Wolbeck -

Die Energiewende – sie ist in Wolbeck angekommen. In der Bauerschaft Kreuzbach investieren die Stadtwerke 3,3 Millionen Euro in eine Windenergieanlage

Samstag, 06.10.2012, 09:10 Uhr

Stadtwerke investieren 3,3 Mio. Euro in Windenergieanlage : Krater im Kreuzbach
Melanie Wilbrand leitet den Bau der Windenergieanlage in der Wolbecker Bauerschaft Kreuzbach. Viele Kabel wurden schon im Erdreich verlegt. Besonders auffällig ist zurzeit der 20 Meter große Krater, in dem bald das Fundament gegossen wird. Foto: beg

Die Energiewende – sie ist in Wolbeck angekommen. In der Bauerschaft Kreuzbach ist ein 20 Meter großer Krater entstanden, der in Sachen erneuerbarer Energien einmal hoch hinaus will. 3,3 Millionen Euro investieren die Stadtwerke Münster in die Windenergieanlage, die ab Ende 2012 jährlich 4,2 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren wird, ausreichend für 1200 Haushalte mit einem Durchschnittsverbrauch von 3500 Kilowattstunden.

Doch zurzeit kündet vorerst nur ein riesiges Loch von dem Klima schonenden Kraftwerk, das bis Ende November montiert wird. 146,3 Meter wird es einmal hoch sein mit einer Nabenhöhe von 100 Metern. Der Rotordurchmesser ist über 90 Meter groß. Die CO²-Einsparung wird einmal bei 3100 Tonnen jährlich liegen.

„Die Anlage hat eine Standardgröße. Die Tendenz geht teilweise zu noch höheren Anlagen“, gibt Projektleiterin Melanie Wilbrand eine Einordnung des Wolbecker Windrads. Gerade im dicht besiedelten Münsterland setzt das Bundesimmissionsschutzgesetz Grenzen hinsichtlich Schall und Schattenwurf. In Wolbeck spielt noch die Nähe zum Segelflugplatz im Berdel eine besondere Rolle: Neben der rot-weißen Markierung und Befeuerung der Anlage durfte das Wolbecker Windrad nicht über 150 Meter hinauswachsen. Da sich niedrigere Anlagen wirtschaftlich kaum lohnten, bleiben weiter östlich ausgewiesene Standorte in Wolbeck wohl vakant. Anfang Dezember beschließt der Rat über Konzentrationszonen für Windenergieanlagen im Flächennutzungsplan Münster. Gut möglich, dass dann westlich des Stadtwerke-Windrades ein privater Investor eine zweite Anlage errichten darf.

Die Stadtwerke betreiben in Münster bereits eine Windenergieanlage in Nienberge-Häger. Mit der Investition in Wolbeck hat das Unternehmen Neuland betreten. Erstmals wurde die Investition in Kooperation mit der Sparkasse Münsterland Ost über einen Klima-Sparbrief finanziert, der nach nur vier Tagen ausverkauft war. „Binnen fünf Jahren bringt er den Anlegern eine feste Verzinsung von 2,05 Prozent pro Jahr“, erläutert Stadtwerkesprecherin Sigrid Bäumer.

20 Jahre haben die Stadtwerke die Ackerfläche für ihre Windenergieanlage gepachtet. Die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen erfolgen größtenteils in der Hohen Ward, da gutes Ackerland in Wolbeck durch die Ausgleichsmaßnahmen für die Ortsumgehung knapp geworden ist.

Für die Windkraftanlage werden Bohrrammsäulen im Boden versenkt als Basis für das Betonfundament. Wenn der Beton ausgehärtet ist, werden mit einem großen Kran die Turmsegmente sowie die Gondel mit dem Rotor und den etwa 50 Meter langen Blättern montiert, erklärt Melanie Wilbrand. Betriebsstart ist im Dezember.

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