In der Galerie tanzen die Farben
Helmut Luckmann zeigt unter dem Titel „Farbenspiele“ neuere Arbeiten bei Rudi Fred Linke

Münster-Wolbeck -

Helmut Luckmann zeigt unter dem Titel „Farbenspiele“ neuere Arbeiten bei Rudi Fred Linke

Dienstag, 06.11.2012, 18:11 Uhr

Er malt so wie andere tanzen: Intensiv, dynamisch und ausdrucksstark. Helmut Luckmann hat in seiner Malerei zu einem Ausdruck gefunden, in dem Farben und Formen voller Energie zu wirbeln, springen und tanzen scheinen. Vom 10. November bis zum 13. Januar zeigt die Galerie Rudifredlinke unter dem Titel „ Farbenspiele “ neue Arbeiten des Münsteraner Malers. Zur Vernissage am Samstag (10. November) um 17 Uhr werden Alice Cerrato und Antonio Rusciano, zwei ehemalige Mitglieder der Ballett-Compagnie des Choreographen Daniel Goldin, drei tänzerische Interpretationen vorstellen.

„Tanz ist das passende Schlüsselwort“, bestätigt der Künstler, „denn freier Ausdruck und Körpersprache gehören für mich zusammen. Ich liebe und lebe Bewegung.“ Das gilt auch für seine aktuellen Arbeiten. Mehrere Jahre hat Helmut Luckmann als Mitglied im Leitungsteam des Kreativ-Hauses in Münster neben Workshops in Siebdruck, Fotografie, Aquarell und kreativem Buchgestalten auch Tanz-Kurse gegeben. Aber das liegt lange zurück.

Seit er in den 90er Jahren angefangen hat, mit Acrylfarben zu malen, findet die dynamische Bewegung vor und auf der Leinwand statt. „Allerdings hat man bei Acrylfarben nicht viel Zeit. Die Farbe trocknet schnell. Man muss ebenso schnell arbeiten und sich rasch entscheiden.“

Luckmann hat kein festes Konzept, wenn er vor die Leinwand tritt – und doch bleibt nicht alles dem Zufall überlassen. „Oft habe ich als erste Idee eine Struktur im Kopf, aber dann überlasse ich es dem Moment, was daraus wird.“ Luckmann reagiert auf das, was sich auf der Leinwand tut. Inspiration, Spontaneität und Dynamik sind der Motor des künstlerischen Prozesses.

Der Einsatz von Schwarz in seinen Gemälden lässt an die informelle Malerei denken. Bei einigen seiner Arbeiten scheinen Emil Schumacher oder Wolfgang Troschke Pate gestanden zu haben. Doch Luckmann ist beileibe kein Apologet: Er hat eine ganz eigene Handschrift und verfolgt eigene Impulse. Der Vergleich mit Schumacher und Troschke scheint ihm aber Freude zu machen.

Helmut Luckmann lässt sich von der Natur für seine künstlerischen Ausdrucksformen inspirieren. Manchmal zufällig, manchmal ganz gezielt. Viele Arbeiten sind angelegt wie ein Experiment. Da werden Materialien wie Sand, Holzstücke oder getrocknete Grashalme zum Einsatz gebracht. Der Sand wird gestreut oder geschüttet, er verbindet sich mit der Farbe. Die Bilder werden dadurch reliefartig. „Das bringt mit sich, dass die Bilder sich je nach Lichteinfall verändern“, staunt der Künstler jedes Mal wieder über die Effekte und Wirkungen, die der Zufall ihm in die Hände spielt. „Ich beobachte, was auf der Leinwand entsteht, nehme Einfluss und lasse mich davon wiederum inspirieren und beeinflussen“, sagt er. Das ist ein dynamischer Prozeß.

„Dabei gibt es einen Moment, wo das Bild mir sagt, dass es fertig ist“, erklärt Luckmann. Einige Bilder seien erst nach Wochen fertig, andere würden nach Monaten wieder hervorgeholt. „Und manchmal gibt es Bilder, die plötzlich ab einem bestimmten Moment verloren sind.“

Luckmann gibt seinen Bildern keine Titel. Er weiß, wie leicht sich Betrachter selbst von willkürlichen Phantasienamen verführen und beeinflussen lassen. „Ich möchte den Interpretationsraum des Betrachters aber nicht einengen“, sagt er.

Helmut Luckmann wurde 1938 in Hannover geboren. Er studierte Graphik-Design in Münster und arbeitete dann zunächst als freischaffender Graphik-Designer. Nach einem Zweitstudium an der Pädagogischen Hochschule war er als Diplom-Pädagoge Mitbegründer des Kreativ-Hauses Münster. Seit 1990 arbeitet Helmut Luckmann abstrakt und frei, vor allem mit Acrylfarben. Seine teils großformatigen Arbeiten wurden bereits in Ausstellungen in Deutschland, Portugal und der Schweiz gezeigt.

Begleitet wird die Vernissage von einer Tanzperformance von Alice Cerrato und Antonio Rusciano. Beide sind international ausgerichtete Tänzer und waren mehrere Jahre an den Städtischen Bühnen Münster bei Daniel Goldin engagiert. Gemeinsam haben sie im Rahmen der „Choreographische Werkstatt 2011“ an den Städtischen Bühnen Münster ihre eigene Choreographie „Sogno D´Inverno“ gezeigt.

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