Wolbecker ärgern sich über Münster-Tatort
„Solche Dorf-Wirtschaften gab es wenn überhaupt nur vor dem Krieg“

Münster-Wolbeck -

Von „Ich hab mich richtig geärgert“ über „langweilig“ bis zu „trotzdem recht amüsant“: Unterm Strich wenig begeistert sind die Wolbecker vom neuen Münster-Tatort, der am Sonntagabend in der ARD über den Bildschirm flimmerte. „Das Wunder von Wolbeck“ – so der bezeichnende Titel – kam im „echten“ Wigbold nicht gut an.

Dienstag, 27.11.2012, 07:11 Uhr

Wolbecker ärgern sich über Münster-Tatort :  „Solche Dorf-Wirtschaften gab es wenn überhaupt nur vor dem Krieg“
Die „echten Gastwirte“ Elisabeth und Martin Sültemeyer nehmen es mit Humor: „Solche Kneipen wie im neuesten Münster-Tatort gab es, wenn überhaupt, nur vor dem Krieg“, vermuten sie. Foto: isa

Eigentlich sei er Münster-Tatort-Fan, bekennt Dr. Michael Klenner . Aber diesmal ging dem örtlichen Bezirksbürgermeister regelrecht der Hut hoch: „Den Zuschauern wurde als Münster verkauft, was gar nichts mit Münster zu tun hat“, ärgert er sich. „Tatsächlich drehte man wohl den kompletten Streifen – mit Ausnahme der Hafenszene – außerhalb unserer Stadt.“

Reaktionen auf "Das Wunder von Wolbeck"

1/3
  • Dr. Michael Klenner: "Ich hab mich richtig geärgert. Auf keinem Bild war Wolbeck zu sehen."

    Foto: beg goczol
  • Bianca Wellpott: "Als würde man hier auf dem Land auch hinter dem Mond  leben."

    Foto: isa
  • Franz Pius Graf von Merveldt: "Ziegen aus unserer Gegend haben nicht so geschwungene Hörner."

    Foto: CDU

Das Kraftwerk, das immer wieder durchs Bild geisterte, ordnet er ebenso der Köln-Aachener Bucht zu wie den leicht gebirgigen Höhenzug im Hintergrund der Auftritte. Die Familie Sültemeyer führt seit über 100 Jahren eine alt eingesessene Gaststätte in Wolbeck , und Senior-Chef Martin Sültemeyer stolperte vor allem über das hinterwäldlerische Bild der im Film dargestellten Kneipe: „Solche Dorf-Wirtschaften gab es, wenn überhaupt, nur vor dem Krieg“, sagt er. Auch ein falsches Detail hat ihn sehr gestört: Das im Film erscheinende Ortsschild bezeichne Wolbeck als dem „Regierungsbezirk Münster“ zugehörig. „Was seit der Gemeindereform im Jahr 1975 nicht mehr korrekt ist“. Seine Tochter Bianca Wellpott stößt sich daran, dass die Wolbecker im Film nicht gut weg kamen: „Als würde man hier auf dem Land hinter dem Mond leben.“

„Trotz allem recht amüsant“ fand SPD-Ratsherr Kurt Pölling den Film: „Die beiden Ermittler nehmen sich nicht so wichtig und sind einfach sympathisch.“ Zwar fand auch er vor allem die Darstellungen in der Dorfkneipe „etwas sehr schräg“. Aber zum Glück wisse jeder, „dass die Wolbecker in Wirklichkeit modern und aufgeschlossen sind“. Er habe gelangweilt „nach einer halben Stunde ausgeschaltet“, verrät CDU-Ratsherr Franz-Pius Graf von Merveldt. Auch für ihn hatte der Film „überhaupt keinen Wiedererkennungswert“. Er vermisste Wolbecker Lokalkolorit: Nicht mal die Ziege – bekanntlich das Wappentier der örtlichen Karnevalsgesellschaft ZiBoMo – sei original gewesen: „Ziegen aus unserer Gegend haben nicht so geschwungene Hörner.“

 

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