Alfons Gernholt berichtete im „MZE“-Kultur-Café von der Familie Lackmann und dem Kurhaus
Als Wolbeck noch mondän war

Münster-wolbeck -

Auch die Familie Lackmann gehört zur 700-jährigen Geschichte des Wigbolds. Alfons Gernholt hat sie ausgegraben, obwohl er seine Forschungen längst noch nicht abgeschlossen hat.

Mittwoch, 08.05.2013, 17:05 Uhr

Alfons Gernholt gab einen geschichtlichen Überblick über das Kurhaus und die Familie Lackmann im „MZE“-Kultur-Café.
Alfons Gernholt gab einen geschichtlichen Überblick über das Kurhaus und die Familie Lackmann im „MZE“-Kultur-Café. Foto: hk

Auch die Familie Lackmann gehört zur 700-jährigen Geschichte des Wigbolds. Alfons Gernholt hat sie ausgegraben, obwohl er seine Forschungen längst noch nicht abgeschlossen hat. Viele Archive hat der Heimatkundler durchforstet, viele noch lebende Verwandte befragt, um die vielen Mosaiksteine zusammen zu fügen.

„Sie können davon ausgehen, dass die ‚Lackmänner‘ auf den Landwirten Hermann Große Lakmann zurückgehen“, sagte Alfons Gernholt in seinem Vortrag „Die Familie Lackmann und das Kurhaus “.

Drei Mal war Große Lackmann verheiratet, der von 1814 bis 1899 lebte. Aus diesen Ehen wurden 21 lebende Kinder geboren.

Von Bedeutung für das Wolbecker Kurleben war der im Jahre 1843 zweitgeborene Sohn Dr. Wilhelm Lackmann. Er eröffnete 1893 seine Wasserheilanstalt. Die Kurgäste nannten den Sanitätsrat den „ollen Rat“. Immerhin wurde er 92 Jahre alt. Neun Kinder gingen aus seiner Ehe hervor. „Sie waren alle sehr gut ausgebildet“, so Gernholt.

Sohn Dr. Wilhelm Lackmann übernahm 1909 das Kurhaus, Sohn Franz eröffnete das Sanatorium.

Der 74-jährige Alfons Gernholt erinnert sich genau an das Sanatorium. Schließlich verbrachte er dort seine Kindheit und Jugend. Seine Mutter Marta war Serviererin, sein Vater Josef Gärtner und Bademeister. So erlebte Alfons Gernholt den Kurbetrieb hautnah mit und half seinen Eltern bei der einen oder anderen Tätigkeit. „ Wolbeck war ein mondäner Kurort“, sagte Gernholt im „MZE“-Kultur-Café. In den Fünfziger Jahren wurde es stiller. Die Kurgäste zogen modernere Einrichtungen vor.

Alfon Gernholt zeigte während seines Vortrages beeindruckende alte Fotografien, die einen Eindruck von dem damaligen Kurbetrieb und dem noch kleinen Wolbeck vermittelten. Damals blieb der Blick vom Kurhaus mit seinen weiten Anlagen noch frei auf den Ortskern. Das Kurhaus wurde 1965 entkernt. Es ist heute im Privatbesitz von Prof. Hermann Pavenstedt.

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