Gymnasiasten produzieren Hörspiel-CD im fächerübergreifenden Unterricht
Von Hexenkult bis Ziegenbock

Münster-Wolbeck -

Schaurig prasselt der Regen auf die alte Burg, die über dem nächtlichen Wolbeck empor ragt. Donner grollt, als sich ein paar Ruinenforscher auf den Weg machen, um das moderige Gemäuer zu erforschen. Plötzlich beginnen die Taschenlampen zu flackern, Ritterrüstungen wanken auf die Forscher zu und stülpen ihnen Säcke über den Kopf. . .

Mittwoch, 07.08.2013, 18:08 Uhr

Gruppenbild mit Lehrern: Im Deutsch- und Musikunterricht von Dr. Oliver Geister (letzte Reihe, 2.v.l.) entstand der akustische Orts-Rundgang durch Wolbeck, für den die Schüler der Klasse 6e auch viel Lob von Schulleiterin Edith Verweyen-Hackmann (ganz links) erhielten.
Gruppenbild mit Lehrern: Im Deutsch- und Musikunterricht von Dr. Oliver Geister (letzte Reihe, 2.v.l.) entstand der akustische Orts-Rundgang durch Wolbeck, für den die Schüler der Klasse 6e auch viel Lob von Schulleiterin Edith Verweyen-Hackmann (ganz links) erhielten. Foto: isa

Mit dieser selbst geschriebenen Gruselgeschichte leiten Schüler und Schülerinnen der Klasse 6e des Wolbecker Gymnasiums eine von insgesamt 16 Stationen ihres Hörspiel-Dorfspaziergangs ein. Originell getextet und gekonnt mit Musik hinterlegt, präsentiert der akustische Rundgang Sehenswürdigkeiten, Wissenswertes und Originelles rund um das Wigbold.

Entstanden ist das fächerübergreifende Projekt im Deutsch- und Musikunterricht von Dr. Oliver Geister und in Kooperation mit der Hörspiel-AG und der Foto-AG, die von Peter Reuter geleitet wird. Der 30- bis 40-minütige Rundgang mit Sagen, Geschichten und Gedichten kann kostenlos von der Internetseite des Gymnasiums heruntergeladen werden. So kann sich jeder mit Handy- oder MP3-Player-Steckern im Ohr auf einen spannenden Streifzug „Quer durchs sagenhafte Wolbeck !“ begeben.

„Am Anfang sind wir durch Wolbeck gegangen und haben uns die Tafeln angesehen, die etwas über die Geschichte des Ortes erzählen“, berichtet Assaad. Dann hätten er und seine Schulkameraden Fotos gemacht, Infos aus Büchern zusammengetragen und Sagen gelesen, zum Beispiel die über das Wolbecker Kreuz in der St.-Nikolaus-Kirche, erzählt der 12-Jährige, der besonders für die „wilden Geschichten“ auf der CD zuständig ist.

Nach dem gründlichen Studium der historischen Quellen verfassten einige Schüler und Schülerinnen anschauliche Texte, andere konzentrierten sich auf das Vorlesen. So trägt die 11-jährige Lea die Wegbeschreibungen vor, die den Zuhörer vom Ausgangspunkt am Ziegenbocksdenkmal aus rund durch den ganzen Ort führen.

Auf diesem Weg erfährt der Spaziergänger, dass 1958 der erste offizielle Karnevalsumzug der ZiBoMo mit einer Ziege als Maskottchen stattfand, dass der Bau des historischen Drostenhofs 1545 begann und wie im Jahr 1631 eine 13-Jährige als vermeintliche Hexe im Dorf verhört wurde. Von der streitbaren Witwe Meinhövel ist ebenso die Rede wie von dem expressionistischen Dichter Jakob van Hoddis, der das bekannte Gedicht „Weltende“ schrieb und 1912 im Wolbecker Kurhaus behandelt wurde. Auch die Zeit des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung wird nicht ausgespart.

Die informative Geschichten werden begleitet von der professionellen Hintergrundmusik des Deutsch- und Musiklehrers Dr. Oliver Geister, der die Zuhörer mit Gitarre, Bass, Keyboard und verschiedenen Tasteninstrumenten in seinen Bann zieht.

 

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