Ausstellungstipp
Buchstaben des Lebens

MÜNSTER-SÜDOST -

Die Tradition der Kabbala lädt Buchstaben mystisch auf. Wie das kunstvoll gelingt, zeigen die Werke von Judith Pins. Ab Sonntag zu sehen im Gallitzinhaus in Angelmodde.

Mittwoch, 02.10.2013, 20:10 Uhr

Zur Vernissage wird die Symbolik der Zeichnungen entschlüsselt. Der Buchstabe „Ajin“ steht für das ewige göttliche und das begrenzte menschliche Auge. Peter Schilling hat die Ausstellung organisiert.  
Zur Vernissage wird die Symbolik der Zeichnungen entschlüsselt. Der Buchstabe „Ajin“ steht für das ewige göttliche und das begrenzte menschliche Auge. Peter Schilling hat die Ausstellung organisiert.   Foto: Andreas Hasenkamp

Diese Werke entstanden in Israel , sind aber durch das Leben der Künstlerin Judith Pins mit Wolbeck verbunden. Am Sonntag beginnt um 11 Uhr im Gallitzinhaus die Vernissage mit 17 Federzeichnungen von Judith Pins, geboren 1926 in Gelsenkirchen als Hildegard Putzki, gestorben im November 2012 in Rhegba in Galiläa. Nach ihrem Mann, als einziger Wolbecker Jude Überlebender mehrerer Konzentrationslager, ist der Helmut-Pins-Weg in Wolbeck benannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war es Liebe auf den ersten Blick, Sie heirateten, wohnten einige Jahre an der Münsterstraße, bevor sie 1955 nach Australien auswanderten. Sie konvertierte, nahm den Vornamen „Judith“ an. Der Sechs-Tage-Krieg bewog beide, nach Israel zu gehen. Sie engagierte sich für ein Kinderheim in Karmiel, Helmut auch: „Der konnte zupacken“, sagt Peter Schilling , Organisator der Ausstellung. Er kennt Judith Pins seit 1994, war öfter bei ihr: „Sie war eine fantasievolle und tierliebe Frau.“

In Sydney studiert sie Malerei, eröffnet ein Studio für Keramikmalerei, illustriert Kinderbücher. In Haifa studiert sie Lithografie, arbeitet als Malerin, Grafikerin, Illustratorin und Kunstpädagogin. Ausgestellt wurden ihre Werke auch in Australien, Israel und den USA.

Gern habe Judith Pins Wolbeck besucht, berichtet Schilling. Sie referierte im Gymnasium Wolbeck, einige ihrer Werke hängen im Schulzentrum.

Die in Angelmodde zu sehende Ausstellung umfasst aus einer Grafikfolge 17 von 22 „Buchstaben des Lebens“ aus dem hebräischen Alphabet. Darin eröffnet ein Buchstabe einen Raum an Bedeutungen, den die Tradition der Kabbala mystisch auflädt.

Ein Kenner der Kabbala, Rabbiner Efraim Yehoud-Desel aus Münster, wählte mit Schilling Werke aus, die man gut erläutern kann. Das wird er zur Vernissage tun. Schilling erzählt dazu vom Leben der Künstlerin.

Die Ausstellung im Gallitzinhaus öffnet vom 6. bis zum 27. Oktober täglich von 15 bis 18 Uhr. Ihre Bilder hat Pins selbst mit Erläuterungen versehen, einführendes Material liegt bereit. „Wer es eilig hat, sollte gar nicht erst vorbei kommen“, lädt Schilling ein, Zeit für Pins`Welt mitzubringen.

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