Vernissage in der Rudi-Fred-Linke Galerie
Von Sehnsüchten und Lebewesen

Münster-Wolbeck -

Der jetzt in Angelmodde lebende Maler Alexander G. Zakharov stellt unter dem Titel „Erotischer Sinneswandel“ eine Auswahl seiner Werke in Wolbeck aus.

Montag, 10.03.2014, 09:03 Uhr

Applaus für einen von Sehnsucht geprägten Künstler:  Rudi Fred Linke (l.) und Dr. Jörg Bockow (r.) applaudieren Alexander G. Zakharov, der gleich auch ihnen danken wird.
Applaus für einen von Sehnsucht geprägten Künstler:  Rudi Fred Linke (l.) und Dr. Jörg Bockow (r.) applaudieren Alexander G. Zakharov, der gleich auch ihnen danken wird. Foto: h

„Heute ist Alexander-Tag“ steht im Gästebuch der Rudi-Fred-Linke-Galerie geschrieben – für einen Künstler, der lange ganz anderes tun musste. Am Samstag eröffnete eine Ausstellung mit fast 50 Werken von Alexander G. Zakharov . „Erotischer Sinneswandel “ lautet ihr Titel, der im wahrsten Sinne des Wortes auch ihr „roter“ Faden ist.

Es sind meist Werke aus der Zeit seit 2012, die er bei seinem Galeristen Rudi Fred Linke zeigt. Die Aufforderung sei von seiner Frau gekommen, sagt er.

Schlüssel zur Interpretation der unverkennbar zu einer Stil-Periode gehörenden Werke lieferte Dr. Jörg Bockow bei seiner Eröffnungsrede. Sehnsucht nach der Heimat entdeckte Bockow im Werk des Ukrainers, ob die Ölgemälde nun Frauen zeigen oder Landschaften. „Die Protagonistinnen haben unverkennbar osteuropäische Züge, der Schmuck und auch das Interieur erinnern an die aristokratische und mondäne Gesellschaft im alten Russland.“

Daran erinnern auch die vielen Akzentuierungen in Gold – Anspielungen auf die russische Ikonen-Malerei. Gold prägt auch das Äußere des umfangreichen Katalogs zur Ausstellung. Er enthält viele Informationen zur Biographie und zum künstlerischen Werdegang, dazu neben mancher Abbildung auch Hinweise zum Entschlüsseln der Form- und Farbensprache, zum Beispiel der Bedeutung einer Schildkröte oder anderer archaischer Symbole.

Das flächige Rot aus dem erotischen Frauen-Gemälde „Der rote Teppich“ oder aus „Ein Kuss“ findet sich in einer Landschaft wieder. Das sei ihm zu viel, meinte ein Betrachter beim Rundgang. Ansichtssache. Zakharov ist die Landschaft nicht einfach Landschaft, hatte Bockow angemerkt. Man sehe in den Rundungen auch weibliche Formen.

Es sind die Übergänge und Querverbindungen eines zurückhaltenden, humorvollen Mannes mit wechselhafter Biografie: Leben in Kiew, Bielefeld, heute zurückgezogen-ländlich in Angelmodde , von Beruf Naturwissenschaftler, Biochemiker, Bühnen- und Kulissenmaler, freischaffender Künstler – ein Jahrzehnte währendes Warten und Hinarbeiten auf die Chance, Lebewesen statt Formeln Gestalt zu verleihen, wie sie sich in seiner Seele darstellen.

Dann Ausstellungen in Moskau, Zürich, Paris, Trelleborg, Singapur, Chicago, New York und Dubai sowie vielen anderen kosmopolitischen Orten. Jetzt in Wolbeck.

Zum Thema

Die Ausstellung ist in der Rudi-Fred-Linke- Galerie, Mühlendamm 1-3, bis zum 27.April zu sehen, jeweils samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr.

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