Spannende Bezirksbürgermeisterwahl
Piratin als Zünglein an der Waage

Münster-Südost -

Am vergangenen Sonntag wurden in Münster auch die Bezirksvertretungen gewählt. Ein besonders knappes Ergebnis gab es im Südosten. Hier kommen Schwarz-Gelb und Rot-Grün auf je neun Sitze. Bei wichtigen Entscheidungen könnte es daher auf die Stimme von Birgit Hemecker von der Piratenpartei ankommen. Die hält sich noch alle Optionen offen.

Freitag, 30.05.2014, 08:05 Uhr

Ihr Terminkalender platzt zurzeit aus allen Nähten: Birgit Hemecker von den „Piraten“ wurde am Sonntag als 19. Mitglied in die Bezirksvertretung Südost gewählt – und seitdem kann sie sich vor Gesprächseinladungen kaum retten. Was nicht verwundert. Denn: In all den Fällen, wo es zwischen den Lagern von CDU / FDP auf der einen und SPD/Grünen auf der anderen Seite mit je neun Stimmen zu einem Patt kommen könnte, würde sie das berühmte „Zünglein an der Waage“ sein.

Zwar hat die 53-jährige gebürtige Wolbeckerin direkt nach der Wahl betont, dass sie keine Koalition eingehen, sondern im jeweiligen Einzelfall themenbezogen entscheiden will. Doch zur konstituierenden Sitzung der BV muss sie Farbe bekennen. Und ihre Stimme könnte darüber entscheiden, ob der Bezirksbürgermeister von der CDU oder der SPD gestellt wird. Daher sondiert die selbstständige Kauffrau zurzeit sorgfältig das Terrain: In Kürze stehen sowohl Treffen mit SPD und Grünen als auch mit CDU und FDP an, verriet sie den WN. Ob es denn gar keine politischen Vorlieben gebe? Birgit Hemecker bleibt vorsichtig: Wie die CDU und FDP ist sie für eine freie Durchfahrt durch den Wolbecker Ortskern, wie SPD und Grüne sympathisiert sie mit der Reaktivierung der WLE-Strecke, und wie die Grünen sagt sie „zumindest vorerst“ Nein zum Ausbau der Eschstraße. Die Frage nach dem neuen Bezirksbürgermeister bleibt also spannend: „Ich werde den wählen, mit dessen Partei sich die meisten Übereinstimmungen ergeben.“

Überraschend offen äußerte sich gestern auch Willi Schriek (FDP), ebenfalls Einzelkämpfer in der BV Südost. Auch er sei bisher weder auf eine bestimmte politische Zusammenarbeit noch auf einen Bezirksbürgermeisterkandidaten festgelegt, erklärte er den WN. „Ich werde mit allen Parteien sprechen.“

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