Der gelernte Koch Toshi Susuki stattet seiner ehemaligen Hauptschule in Wolbeck einen Besuch ab
Lob vom Rektor: „Köstlich!“

Münster-Wolbeck -

Kochen – für den einen lästige Pflicht, für den anderen echte Leidenschaft. So ist es auch im Hauswirtschaftsunterricht von Karin Chmiel an der Hauptschule Wolbeck. Einige freuen sich auf die Stunden am Herd, andere machen nur mit, weil sie müssen. Toshi Susuki war vor sieben Jahren ein Schüler, der diesen Unterricht liebte, denn für ihn war immer schon klar, dass er einmal Koch werden wollte. Und er hat das auch durchgezogen. Am Freitag stattete der 24-Jährige seiner alten Schule und seiner ehemaligen Lehrerin einen Besuch ab und half den Schülern beim Kochen.

Freitag, 12.09.2014, 23:09 Uhr

Der gelernte Koch Toshi Susuki (l.) stattete seiner ehemaligen Schule, der Hauptschule Wolbeck, jetzt einen Besuch ab und unterstützte die Schüler beim Hauswirtschaftsunterricht. Schulleiter Peter Wessels (2.v.r.) ließ es sich ebenfalls schmecken.
Der gelernte Koch Toshi Susuki (l.) stattete seiner ehemaligen Schule, der Hauptschule Wolbeck, jetzt einen Besuch ab und unterstützte die Schüler beim Hauswirtschaftsunterricht. Schulleiter Peter Wessels (2.v.r.) ließ es sich ebenfalls schmecken. Foto: mfe

Toshi Susuki hat in seiner Ausbildung namhafte Häusern kennengelernt. Unter anderem war er im Sterne-Restaurant „Zur Traube“ in Grevenbroich und im „La Vie“ in Osnabrück tätig – laut Susuki das neuntbeste Restaurant in Deutschland. Anschließend verbrachte er ein Jahr in Japan . „Ich war in Tokio, Hiroshima und Osaka in verschiedenen Gastronomiebetrieben.“ Für Toshi Susuki war dieser Aufenthalt eine direkte Berufsvorbereitung, denn er übernimmt das japanische Restaurant seines Vaters in Münster.

„Eine Ausbildung zum Koch ist nicht einfach“, berichtete der junge Mann den Schülern. „Der Ton in der Küche ist sehr rau und nicht immer freundlich.“ Für stressempfindliche Menschen sei das nichts, meistens müsse es eben schnell gehen. Außerdem seien die Arbeitszeiten hart. „In Japan war das noch schlimmer, ein Zwölf-Stunden-Tag ist dort üblich und die Sechs-Tage-Woche sowieso.“

Dennoch sei der Job für ihn eine Berufung. „Ich liebe es, mit frischen Zutaten zu arbeiten und daraus ein schmackhaftes Gericht zusammenzustellen. Trotzdem kann es sein, dass ich mir nach Feierabend schon einmal eine Fertigpizza in den Ofen schmeiße, wenn ich zu müde bin, um selbst zu kochen.“ Aber die Regel sei das nicht, meist gebe es auch privat frisch Zubereitetes.

Den Schülern zeigte Toshi Susuki, wie sie Bami Goreng, ein japanisches Gemüsegericht, besonders lecker zubereiten. Alle waren mit Feuereifer bei der Sache, auch wenn mit Tristan nur einer sich vorstellen konnte, diesen Berufsweg einzuschlagen. Beim Zuschneiden des Gemüses war sogar Lehrerin Karin Chmiel beeindruckt. Susuki hatte seine japanischen Messer mitgebracht und in Windeseile alles perfekt geschnippelt. „So kann ich das nicht“, gab sie zu. Auch wie Toshi Susuki das Gemüse in der Pfanne schwenkte war überzeugend. „Daran ist der Profi zu erkennen“, merkte die Pädagogin anerkennend an. Beim Würzen stand der Koch den Schülern ebenfalls hilfreich zur Seite.

Als alles fertig zubereitet war, kam Schulleiter Peter Wessels zum Probieren vorbei. Wenn schon einmal ein exzellenter Koch im Haus sei, wolle er sich das Menü nicht entgehen lassen. „Köstlich!“, sagte er, und das Lob galt auch seinen Schülern, die das Gericht ja schließlich gekocht hatten.

Für den Nachtisch sorgte Toshi Susuki alleine. Es gab westfälische Stippmilch, die natürlich „sternekochmäßig“ angerichtet und für den japanischen Touch mit Nahsi-Birne serviert wurde.

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