Heimatverein stellt neuen Wandkalender mit zwölf historischen Aufnahmen aus Wolbeck vor
Als die Lok am Bahnhof fauchte

Münster-Wolbeck -

Eine Dampflok rollt fauchend in den Wolbecker Bahnhof ein, Schwäne baden vor dem mondänen Kurhaus in der Angel und oben auf der Gartenbauschule ist ein Beobachtungsstand installiert. Insgesamt zwölf ungewöhnliche und teilweise bisher unveröffentlichte Motive sind auf dem Wandkalender „Historische Ansichten aus Wolbeck“ zu sehen, den der örtliche Heimatverein jetzt für das 2016 präsentiert.

Dienstag, 06.10.2015, 00:10 Uhr

Josef Leifert (r.) und Alfons Gernholt präsentieren druckfrische Exemplare des neuen Wandkalenders „Historische Ansichten aus Wolbeck“.
Josef Leifert (r.) und Alfons Gernholt präsentieren druckfrische Exemplare des neuen Wandkalenders „Historische Ansichten aus Wolbeck“. Foto: isa

Es ist der dritte Jahres-Kalender dieser Art. „Die Vorgänger kamen so gut an, wir mussten einfach weiter machen“, erklärt Heimatvereins-Vorsitzender Josef Leifert , der selbst historische Postkarten und alte Fotos sammelt. Er und sein Stellvertreter Alfons Gernholt haben für den neuen Kalender die Schwarz-Weiß-Motive ausgewählt und der Kalender-Manufaktur Verden zum Druck zur Verfügung gestellt.

Diesmal sind unter anderem Aufnahmen des Wolbeckers Richard Badke aus den 1940er Jahren dabei. „Der ehemalige Direktor der Gartenbauschule war ein begeisterter Fotograf“, erläutert Leifert, der die Erlaubnis zur Veröffentlichung der Bilder von Badkes Tochter erhielt. Das Februarblatt etwa zeigt die Gartenbauschule im Kriegsjahr 1942. Nicht nur die aus Brettern gezimmerte Aussichtsplattform auf dem First der Schule verwundert, sondern auch die Baracken im Vordergrund, die offenbar als Notunterkünfte dienten. Badke hat auch die Winterstimmung an Schwegmanns Mühle im Jahr 1947 festgehalten, und zeigt eine seltene Ansicht der Gaststätte Thier aus dem Jahr 1942.

Auch interessante Kleinigkeiten sind auf den Kalenderblättern versteckt. So ist auf dem April-Blatt ein Foto aus dem Jahr 1941 zu sehen, das den Bereich der heutigen Kreuzung Am Borggarten und Eschstraße zeigt. Der aufmerksame Betrachtet entdeckt neben dem linken Ziegelgebäude ein Stück des Portals der später abgerissenen Antonius-Kapelle. Die Seite für den Mai ziert eine Ansichtskarte, die 1908 in die USA geschickt wurde. Abgebildet ist die offenbar beliebte Kaffeewirtschaft „Zum Forsthaus“. Dahinter verbirgt sich das bischöfliche Jagdhaus im Tiergarten, „das vom damaligen Förster offenbar auch gastronomisch genutzt wurde“, weiß Gernholt.

► Der Kalender, „der sich gut als Weihnachtsgeschenk eignet“ (Leifert), ist für 18 Euro bei Schreibwaren Bresler, Neustraße, und in der Leseboutique an der Münsterstraße erhältlich.

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