Verwaltung gibt vorläufige Bewertung der aktuellen Verkehrszählung
„Wir brauchen die Eschstraße“

Münster-Wolbeck -

Nach der Inbetriebnahme der Wolbecker Ortsumgehung im Dezember des vergangenen Jahres ist es relativ still um das Thema geworden. Dabei bleibt es spannend: Wie hat sich der Verkehr seitdem entwickelt? Ist eine Entlastung im Ortskern spürbar? Was ist mit dem noch ausstehenden Anschluss der Eschstraße an die Umgehung? Diese Fragen brennen vielen Wolbeckern auf den Nägeln.

Dienstag, 10.11.2015, 12:11 Uhr

Trotz Umgehungsstraße windet sich weiterhin viel Verkehr durch den Ortskern. Fachleute sind der Ansicht, dass die Anbindung der Eschstraße und bisher fehlende Maßnahmen im Ortskern mehr Fahrzeuge auf die Umgehung lenken würden.
Trotz Umgehungsstraße windet sich weiterhin viel Verkehr durch den Ortskern. Fachleute sind der Ansicht, dass die Anbindung der Eschstraße und bisher fehlende Maßnahmen im Ortskern mehr Fahrzeuge auf die Umgehung lenken würden. Foto: isa

Erste Antworten liefert eine aktuelle Verkehrszählung, die seit einigen Wochen im Wigbold durchgeführt wird. Besser gesagt, Ansätze zu Antworten, denn: „Erst zum Anfang des kommenden Jahres werden wir die Zahlen komplett ausgewertet haben“, erklärt Ralf Renkhoff vom Stadtplanungsamt auf Nachfrage unserer Zeitung vorsichtig. „Bislang können wir nur vorläufige Ergebnisse andeuten und erste Einschätzungen geben“, fügt der Verkehrsuntersucher hinzu. Ein Fazit kann er jedoch schon jetzt ziehen: „Wir brauchen die Eschstraße und weitere Maßnahmen im Ortskern.“

Diese Erkenntnis zieht der Verwaltungsfachmann aus aktuellen Tendenzen, die er in Relation zu der Erhebung setzt, die im November 2014 in Wolbeck durchgeführt wurde – und damit wenige Tage vor Inbetriebnahme der Umgehungsstraße. Vor allem zwei Werte sind aufschlussreich: Der erste bezieht sich auf das Fahrzeugaufkommen im Kernbereich der Münsterstraße zwischen den Einmündungen Eschstraße und Hofstraße. Während dort vor Inbetriebnahme der Umgehung rund 9000 Kfz pro Tag gezählt wurden, sind es heute noch rund 7000. Der zweite Wert betrifft den engeren Bereich der Straße Am Steintor direkt vor dem Drostenhof, zwischen den Einmündungen Hofstraße und Hiltruper Straße. Hier wurden ohne Umgehung rund 12 000 Fahrzeuge pro Tag gezählt, heute sind es rund 10 000.

Auch wenn die Zählung noch ausgewertet werden müsse, könne man vorläufig schon folgendes schlussfolgern, so Renkhoff: Der Verkehr im Ortskern habe durch die Umgehungsstraße bereits etwas abgenommen, was er darauf zurückführt, dass „die Nord-Süd-Verbindung durch die Umgehung funktioniert“. Ein Minus von 2000 Fahrzeugen am Drostenhof sei aber sicher nicht ausreichend. Für ein besseres Ergebnis müsse es unter anderem eine sinnvolle Ost-West-Verbindung durch die Umgehung geben. Und die werde erst durch eine Ausfahrt Eschstraße ermöglicht.

Beispiel: Der Pkw-Fahrer, der heute aus Hiltrup kommend in Richtung Telgter Straße, Am Borggarten oder Friedhof fährt, wählt in der Regel nach wie vor die enge Ortsdurchfahrt Hiltruper Straße/Am Steintor. Gäbe es den Anschluss Eschstraße, würde er wohl die Ortsumgehung vom Kreisverkehr Hiltruper Straße bis zur Ausfahrt Eschstraße nutzen.

Ein weiterer Faktor sei die noch ausstehende Gestaltung des Ortskerns, so Renkhoff. Maßnahmen wie Tempo 20 und einspurige Verkehrsführung würden die Ortsdurchfahrt künftig noch unattraktiver machen und mehr Pkw auf die Umgehung lenken, vermutet er. „Nur durch das Umsetzen des kompletten Verkehrskonzepts wird die Ortsumgehung wirklich effektiv.“

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