Besuch im Zoo mit einer ganz besonderen Note
Den Flüchtlingsalltag vergessen

Münster-Wolbeck -

Rund 60 Kinder und Erwachsene aus den Flüchtlingsunterkünften besuchten auf Einladung des Wolbecker Bürgerforums den Allwetter-Zoo.

Freitag, 01.04.2016, 09:04 Uhr

Eine Abwechslung von ihrem Leben in den Flüchtlingsunterkünften erlebten zahlreiche Familien bei ihrem Besuch im Allwetter-Zoo.
Eine Abwechslung von ihrem Leben in den Flüchtlingsunterkünften erlebten zahlreiche Familien bei ihrem Besuch im Allwetter-Zoo. Foto: hk

Welch ein Einstieg – gleich zu Beginn des Zoobesuchs, den das Wolbecker Bürgerforum für Flüchtlingskinder organisiert hatte, begrüßte ein Syrischer Braunbär die Familien mit ihren Kindern und weckte bei einigen Erinnerungen an die Heimat. „Er ist etwas kleiner als die anderen Braunbären und hält, da er immer etwas zu fressen findet, auch keine Winterruhe“, wusste die Zooführerin Iris Mechler-Taabouz . Interessiert hörten die Familien zu, denn der Zoobesuch bot ihnen etwas Abwechslung in ihrem Alltag.

Anfangs noch etwas zu-rückhaltend kamen die 60 Flüchtlinge, vornehmlich Kurden und Jesiden, langsam ins Gespräch. Untereinander, denn sie sprechen alle arabisch, auch mit den ehrenamtlichen Betreuern. Eine große Hilfe war die unermüdliche Übersetzungsarbeit von Maria Elia, die sie alle Mutter Maria nennen. Die Syrerin und Mutter von akademisch gebildeten Kindern lebt bereits seit 25 Jahren in Wolbeck . Sie hilft dort, wo Hilfe notwendig ist. Wie auch in den Flüchtlingsunterkünften am Tönskamp und an der Jochen-Klepper-Straße.

Mit dabei die Betreuerin Christina Quaing von der Caritas, die den Bustransfer von Wolbeck zum Zoo organisiert hatte, und die Mitglieder des Bürgerforums Dieter Alke , Dr. Manfred Wienzek und Horst Geisler, der unermüdlich den Proviantwagen zog. Aus gesundheitlichen Gründen nicht dabei sein konnte Dr. Reinhard Sappok, der zu den maßgeblichen Organisatoren des Zoobesuchs zählt.

Staunend stehen die Kinder vor der Glaswand, die sie vor der Dunklen Tigerphyton schützt. Ein riesiges Exemplar. „Wir stechen die Eier an, da sie an andere Zoos schwer vermittelbar sind“, sagte Mechler-Taabouz. Dann ging der Blick nach oben. Gerade bauen die Störche die Nester. „Sie sind freiwillig hier.“

Die meisten Kinder haben noch nie so viele Tiere so nah gesehen. Der Redefluss wird stärker. Allmählich vergessen die Flüchtlinge wenigstens für kurze Zeit das, was sie in ihrer Heimat und auf der Flucht erleben mussten. Der Zoo als Ruhepol.

Interessiert fragt der 43-jährige Familienvater Hannan Kamiran nach dem Nordpersischen Leopard, von dem es nur noch wenige in freier Natur im Irak und Iran gibt. Viele Schnappschüsse machen die Flüchtlinge mit ihren Handys, von den Kindern, von den Eltern. Mit einem zufriedenen Lächeln. „Schön war es, wie die Kinder erst auf Distanz gingen und später auf dem Zoospielplatz miteinander tobten“, waren sich Alke und Wienzek einig. Auch dass die jungen Frauen selbst gebackene Küchlein mitgebracht hatten, zeugt von dem Willen, hier angekommen zu sein.

Die Aktion ist die erste ihrer Art in Münster. „Es wäre schön, wenn andere Stadtteile von unserer Initiative inspiriert werden könnten“, erklärt Alke. Zustande gekommen sei das Projekt „Zoobesuch“ dank vieler ortsansässiger Sponsoren.

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