Awo Wolbeck
Eine Ära geht zu Ende

Münster-Wolbeck -

Marlene Benter-Camen und Horst-Herbert Camen haben drei Jahrzehnte lang die Awo geleitet. Jetzt hören sie auf.

Freitag, 13.05.2016, 10:05 Uhr

Kochbuch und Großveranstaltungen
Kochbuch und Großveranstaltungen Foto: Andreas Hasenkamp

Viele Schultern tragen den Awo-Ortsverein Wolbeck , sagen diejenigen, die darin seit 30 Jahren eine bedeutende Rolle spielen: Horst-Herbert Camen und Marlene Benter-Camen. Aus dem Rat der Gemeinde Wolbeck heraus kam einst die Idee zur Gründung eines solchen Vereins. Die Gründer – sieben an der Zahl – schauten sich um, was solch ein Ortsverein tun könnte, schauten nach Münster und nach Greven. Gerd Greiser , Redakteur für Wolbeck bei der Münsterschen Zeitung , lenkte lange die Geschicke der Awo – „der kannte Hinz und Kunz“. Zu den sieben Gründern zählte auch Reni Kaup, die für ein halbes Jahr die erste Vorsitzende wurde.

107 Mitglieder hatte der Ortsverein 1986. Früh sei klar gewesen, dass die Mitglieder eine eigene Begegnungsstätte brauchten: „Ohne geht es nicht“, sagt Camen, das habe sich bewahrheitet. Gerd Greiser wollte die nicht mehr genutzte ehemalige Schule gegenüber der Kirche St. Nikolaus dafür als Mieter nutzen, doch das habe Krach gegeben mit dem Gemeinderat. Man traf sich für die Seniorenarbeit mal in Räumen der evangelischen oder der katholischen Kirche, öfter bei Westfalenfleiß – das Unternehmen gehört zu zwei Dritteln der Awo.

Helmut Plaschke war einer von denen, die die Seniorenarbeit in den 1970er und 1980er Jahren prägten – mit Treffen zum Quatern und Kaffeetrinken, zum Kegeln und zum Kartenkloppen.

Einer der Vorsitzenden, Gerd Greiser, ging schließlich beruflich nach Hamburg. Häufige Wechsel und viel Unruhe folgten. Ein Nachfolger-Kandidat für Maria Westhues sah sich in Abwesenheit gewählt – und nahm das Amt nicht an. Die Camens taten es: Im Mai 1986 wurde Horst-Herbert Camen Vorsitzender, Marlene Benter-Camen stellvertretende Schriftführerin, später wurde sie stellvertretende Vorsitzende – und blieb es. Es gab Basare und Sommerfeste in der Grundschule. Die drei Seniorengruppen seien „unheimlich aktiv“ gewesen, erinnert sie sich, und hätten „sehr selbstständig gearbeitet“.

Das Tandem nennt die Namen Plaschke, Käthe Borgers und Maria Westhues - „sonst hätten wir das gar nicht leisten können“: Das Ehepaar hatte damals drei Kinder im Jugendalter, er war bis 1998 Ratsherr, zwischendurch Geschäftsführer der KG ZiBoMo, seine Arbeit in der Bundesfinanzverwaltung führte ihn im Eu-Agrarbereich quer durch NRW.

Marlene Benter-Camen kam zupass, dass sie in der Engel-Apotheke arbeitete – zwischen Reihenhaus und Arbeit lag der Awo-Treff. Sie konnte mal eben reinschauen in das Gebäude in der Hofstraße, das Horst-Herbert von Herbert Forsthove 1987 zu einem günstigen Kurs hatte anmieten können: Der Ortsverein sei ja ein zuverlässiger Mietzahler.

Mit dem „Treff“ konnte der Ortsverein seine Aktivität ausbauen. Da gab es Kommunikationstraining mit Sabine Hinz, auch Kurse zum Kochen, Ikebana, Töpfern, Stoffdruck mit Ellen Schröder und Nähkurse mit Anna Wolbeck – und aus zehn Quellen entstand mit viel Handarbeit ein Kochbuch „Wolbecker Internationale Küche“ – die Auflage von 60 Stück „war ganz schnell ausverkauft“.

„Ziemlich lang“ sei die Callanetics-Gruppe gelaufen – das boten die Sportvereine damals nicht. Ein Mittagstisch sei nicht angekommen, wohl der „Themenkreis“, den Ingrid Brock-Gerhardt von 2001 bis 2014 leitete. Die Awo-Weihnachtsfeier zog 70 bis 100 Menschen zur Gaststätte Sültemeyer; Horst-Herbert Camen gab den Nikolaus.

Gefragt nach den besonders schönen Ereignissen sagt Horst-Herbert Camen, sie hätten sich „über jeden kleinen Erfolg riesig gefreut“ und viele gute Erinnerungen. Beide verweisen auf den mit der ZiBoMo ausgerichteten Seniorenkarneval. „Wir haben den Mitgliederbestand gehalten“, sagt Horst-Herbert Camen, während „rundherum alle abgenommen“ hätten.

Persönliche Ansprache sei der Schlüssel. Längst sei der Ortsverein weg vom SPD-Flair – ein Drittel der Mitglieder sei bei der CDU. Auch Oberbürgermeister Markus Lewe ist schon lange Mitglied. Neben der Eigenständigkeit der Gruppen sei der PC ein großer Helfer. „Wir mussten uns reinfinden.“

Nun will das Tandem den Vorsitz weiterreichen. Und beide freuen sich, einen Kandidaten gefunden zu haben. Der wird in der Mitgliederversammlung am kommenden Mittwoch (18. Mai) ab 19 Uhr im Awo-Treff im Fokus stehen.

Die Versammlung ist öffentlich; jeder ist willkommen.

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