Stadtplanungsamt betont Notwendigkeit
Eschstraße: „Ausbau völlig ungewiss“

Münster-Wolbeck -

Erstmals äußerte sich das Stadtplanungsamt in der Sitzung der Bezirksvertretung Südost am Dienstagabend pessimistisch zum Fortgang der Streitigkeiten um den Eschausbau.

Mittwoch, 22.06.2016, 19:06 Uhr

Die Wolbecker Ortsumgehung wurde mit einem Zubringer über die Eschstraße geplant. Jetzt kommen erst einmal andere Bausteine zur Verkehrsreduzierung im Ortskern zum Zuge.
Die Wolbecker Ortsumgehung wurde mit einem Zubringer über die Eschstraße geplant. Jetzt kommen erst einmal andere Bausteine zur Verkehrsreduzierung im Ortskern zum Zuge. Foto: mlü

Das Dilemma ist sattsam bekannt und mancher kann das Wort „ Eschstraße “ nach Jahren des Konfliktes einfach nicht mehr hören. Denn die Mehrheit der Experten und Politiker fordert einhellig ihren Ausbau. „Nur im Paket mit dieser und weiteren Maßnahmen wirkt die Ortsumgehung verkehrsentlastend für den Ort“, ist folgerichtig das Fazit einer neuen Verkehrserhebung, vorgestellt von Stadtplaner Ralf Renkhoff . Trotzdem stehen die Chancen für einen Eschzubringer schlechter denn je. Auch das sagt wohlgemerkt Stadtplaner Ralf Renkhoff – nicht ohne Verbitterung: „Ob der Ausbau kommt, ist völlig ungewiss.“

Zur Erinnerung: Eine Bürgerinitiative will seine Rechte wahrnehmen und klagen. Anwohner wehren sich gegen mehr Verkehr im Viertel. Außerdem „hat die Stadt eine fehlende Fläche nicht rechtzeitig gekauft“, sagt Renkhoff. Sie „gehört einem Mitglied der des Vereins ‚Rettet den Esch ‘ und er müsste enteignet werden. Das letzte Mal hat die Stadt Münster vor einigen Jahrzehnten versucht zu enteignen – und hat verloren.“

Doch ohne Eschausbau gehe es nicht: Die Bezirksregierung macht eine Reduzierung des Verkehrs auf der Münsterstraße um mindestens 50 Prozent zur Bedingung für die Genehmigung einer städtebaulichen Umgestaltung des Wigbolds. Die Ortskernumgestaltung steht auf dem Spiel, beklagt das Wolbecker Bürgerforum seit Jahren. Die Bezirksvertreterin Birgit Hemecker (Piraten), die den Eschausbau kritisiert, bezweifelt, dass man dafür die Eschstraße verantwortlich machen kann. „Dass man die fehlenden 36,4 Prozent durch den Ausbau erreichen kann, ist utopisch.“ Stadtplaner Renkhoff rechnet anders: „Stimmt, nicht durch den Eschausbau alleine. Aber es geht immer um das Paket. Alle Bausteine müssen verwirklicht werden.“

Demonstrativ gelassen gab sich am Dienstagabend die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung. „Warum kann man nicht wie bei der Ortsumgehung erst bauen und dann enteignen?“, fragt Fraktionsvorsitzender Franz-Josef Ruwe. Doch anders als beim Bau der Umgehungsstraße handelt es sich bei der Eschstraße um eine Maßnahme der Stadt, nicht des Landes. Die Rechtshürden sind höher.

Beschlossen wurde am Dienstagabend der Vorschlag des Stadtplanungsamtes , den Umbau der Münsterstraße im Abschnitt zwischen der Eschstraße und der Ortseinfahrt ins Auge zu fassen. Eine Verkehrsberuhigung war dort ohnehin geplant. In der aktuell verfahrenen Situation soll sie angegangen werden, um schon jetzt die Verkehrsbelastung Am Steintor „auf deutlich unter 10 000 Fahrzeuge pro Tag zu reduzieren“, so das Stadtplanungsamt.

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