Der „Förderkreis Achatius-Haus“ ermöglicht Bewohnern Ferienaufenthalte
Dem Leben Farbe geben

Münster-Wolbeck -

Sommer, Sonne, Ferienzeit. Viele Menschen stecken zurzeit emsig in den Urlaubsvorbereitungen. Touren werden geplant, die Zeitung umbestellt und letzte Einkäufe erledigt. Nicht so einfach gestalten sich solche Projekte für die Bewohner des Wolbecker Achatius-Hauses. Pflegebedürftig und zu einem Großteil auf schwere Rollstühle angewiesen, würde eine Ferienreise für die meisten der gesundheitlich eingeschränkten Männer und Frauen ein Traum bleiben. Wenn da nicht der „Förderkreis Achatius-Haus“ wäre, der seit 2006 Jahr für Jahr für eine Unterbrechung des Alltags sorgt. So auch diesmal: „Ende August geht es an die Nordsee“, kündigt Förderkreis-Vorsitzende Barbara Hoebink-Johann an. Es gehe darum, „dem Leben Farbe zu geben“.

Dienstag, 12.07.2016, 00:07 Uhr

„Vorfreude ist die schönste Freude.“ Dies erklärt Harald Hübsch (r.), der mit fünf weitern Bewohnern des Achatius-Hauses und Betreuern demnächst in die Ferien an der Nordsee aufbricht.
„Vorfreude ist die schönste Freude.“ Dies erklärt Harald Hübsch (r.), der mit fünf weitern Bewohnern des Achatius-Hauses und Betreuern demnächst in die Ferien an der Nordsee aufbricht. Foto: isa

„Ich freue mich schon wie ein König!“, sagt Brigitte Heggelmann und strahlt. Die junge Frau ist eine der Glücklichen, die in diesem Jahr an der einwöchigen Ferienreise teilnehmen. Insgesamt sind sechs Hausbewohner der Abteilung „Junge Pflege“ dabei, zu der insgesamt 18 Personen zwischen 18 und über 60 Jahren gehören. Alle sind durch Multiple Sklerose , Folgen von Schlaganfällen oder Unfällen stark in ihrer Bewegung eingeschränkt. Mit Spezialtransportern geht die Fahrt in den idyllische Luftkurort Werdum an der Küste, nur wenige Kilometer entfernt von Neuharlingersiel .

„Am besten sind die vielen Unternehmungen“, malt sich Brigitte Heggelmann die Tage schon aus. Lange gemeinsame Frühstücke, Strandbesuche und Wattwanderungen gehören ebenso zum Programm wie ein ausgiebiger Aufenthalt in einer Eisdiele. „Dort kennen sie uns schon“, erläutert Arno Wientek , der – wie immer – neben zwei weiteren Ehrenamtlern und drei Hauptamtlichen als Betreuer dabei ist. „Die räumen gleich die Möbel zur Seite, damit alle mit ihren Rollstühlen Platz haben.“ Insgesamt sei man im Ort gehandicapten Menschen gegenüber sehr aufgeschlossen.

Hausbewohner Harald Hübsch ist zum vierten Mal mit von der Partie. Der junge Mann schwärmt davon, „einfach wieder einmal im Straßencafé zu sitzen und den Menschen zuzusehen“. Und Nordseefisch zu essen. Die Vorfreude ist ihm ins Gesicht geschrieben. „Die Tage sind für die Teilnehmer Genuss pur“, bestätigt Anke Flender . Die Leiterin der Abteilung „Junge Pflege“ ist wie jedes Jahr als Betreuerin bei den Fahrten dabei. „Auch wenn die Tage von 7 bis 22 Uhr dauern und oft anstrengend sind – es ist immer wieder schön“, beteuert sie.

Neben den jungen Teilnehmern unternimmt regelmäßig auch eine Seniorengruppe des Hauses eine Ferienfahrt. „Viele Bewohner leben von der Sozialhilfe“, erklärt Flender. Man sei sehr froh über den Förderkreis. „Ohne den wären die Reisen nicht möglich“.

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