Bürgerinitiative und FDP-Südost sind gegen eine Wieder-Inbetriebnahme des Personenverkehrs
Diskussion um WLE-Reaktivierung neu entbrannt

Münster-Südost -

Die Diskussion um die WLE-Strecke (Westfälische Landes-Eisenbahn) ist neu entbrannt.  Inzwischen hat sich eine Bürgerinitiative gegen das Unterfangen gegründet.

Mittwoch, 20.07.2016, 11:07 Uhr

Die WLE-Strecke polarisiert.
Die WLE-Strecke polarisiert. Foto: FDP

„Reaktivieren oder nicht?“, heißt die Frage in Bezug auf den Personenverkehr , der 1975 auf der Strecke Münster–Neubeckum eingestellt worden war. Seitdem gibt es dort nur noch Güterverkehr.

Inzwischen hat sich eine Bürgerinitiative gegen das Unterfangen gegründet, die sich mit ihrer kritischen Anregung an den Oberbürgermeister, den Rat der Stadt und die Bezirksvertretung Südost wandte. Die Quintessenz: „Eine Reaktivierung wäre wirtschaftlicher und ökologischer Unsinn“, sagt einer der Sprecher der Initiative, Dr. Lars Ostermeyer , auf Anfrage unserer Zeitung.

Ostermeyer selbst hatte sich im Zusammenhang mit dem Bürgerhaushalt gegen die Reaktivierung gewandt und „viel Zuspruch von Gleichgesinnten bekommen“, wie er erklärt. „Auch die Anregung an Rat und BV wurde in einer Woche von 450 Bürgern unterschrieben“, fügt er hinzu. Nun plant die Initiative mehrere Veranstaltungen, um weitere Anhänger zu gewinnen.

Auch die FDP gehört zu den Gegnern der Reaktivierung. Man freue sich, dass die Bedenken zahlreicher Bürger nun auch in einer Anregung an den Oberbürgermeister vorgetragen würden, schreibt BV-Mitglied Willi Schriek in einer Pressemitteilung. Die FDP Südost kräftigt darin ihre Absage an die Reaktivierung des Personenverkehrs und fordert „eine neue Kosten-Nutzen-Analyse“. Einige Annahmen, die in der Diskussion eine wesentliche Rolle spielten, seien älter als sechs Jahre, so Schriek. Auch die wahrscheinlichen Investitions- und Finanzierungskosten seien stark gestiegen. Dabei seien die Kosten für den Bau von Parkplätzen an den Haltestellen und für den aktiven Lärmschutz noch gar nicht einbezogen.

Die FDP formuliert folgende Argumente gegen die Reaktivierung: „Die Konkurrenzsituation zwischen Buslinien und Bahn, die sich gegenseitig das Wasser abgraben und damit Defizite erhöhen, die schlechte Anbindung für viele Menschen an die wenigen Haltepunkte, Lärm und Stau durch häufig geschlossene Bahnübergänge, die Schließung kleinerer Bahnübergänge.“ Trotz dieser „offenkundigen Nachteile“, so die FDP, sei der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM)entschlossen, „etwa 40 Millionen Euro in die Reaktivierung zu investieren und über 20 Jahre ein jährliches Defizit von etwa vier Millionen Euro zu finanzieren“.

„Gern unterstützen wir politisch die Bürgerinitiative gegen die Reaktivierung der WLE“, bekräftigen auch Dietmar Uhlenbrock, Vorsitzender der FDP Südost, und Wolfgang Klein, umweltpolitischer Sprecher der FDP.

 

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4173174?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F144%2F4848344%2F4848350%2F
Jutta van Asselt ist im Theater zu Hause
Jutta van Asselt an einem ihrer Lieblingsplätze – dem Zuschauerraum des Schauspielhauses.
Nachrichten-Ticker