VfL-Jugendobmann Bernd Fischer ist auch Trainer
Das Ehrenamt mit Kick

Münster-Wolbeck -

Ob Trainer oder Obmann - in diesen Positionen ist in Sportvereinen großes persönliches Engagement gefragt.

Samstag, 08.10.2016, 07:10 Uhr

Zwei der jüngsten Trainer beim VfL-Wolbeck sind Florian Dietz und Nick Nonnhoff. Einige Ehrenamtliche starten bereits mit 14 oder 15 Jahren als Co-Trainer in die Vereinsarbeit ein.
Zwei der jüngsten Trainer beim VfL-Wolbeck sind Florian Dietz und Nick Nonnhoff. Einige Ehrenamtliche starten bereits mit 14 oder 15 Jahren als Co-Trainer in die Vereinsarbeit ein. Foto: mlü

VfL-Jugendobmann Bernd Fischer brütet in diesen Tagen und Wochen über den Trainingsplänen für den Herbst und Winter. Der neue Kunstrasenplatz macht in Zukunft vieles leichter, doch Hallenzeiten sind rar. Ab der B-Jugend aufwärts müssen alle draußen bleiben. Das Aufstellen eines neuen Trainingsplanes gleicht einem Puzzle, bei dem einzelne Teile nicht hineinpassen. Welcher Fußballplatz und welche Halle ist dann und dann noch nicht belegt? Wann hat welcher Trainer Zeit? Immerhin 40 Ehrenamtliche und ihre Wünsche müssen berücksichtigt werden.

Das engmaschige Freizeitangebot der Sportvereine in Wolbeck könnte ohne engagierte Menschen gar nicht stattfinden. Ob TV Wolbeck oder VfL – wer genauer hinschaut, staunt, wie viel Arbeit auch hinter den Kulissen anfällt. Bernd Fischer ist seit März diesen Jahres ehrenamtlicher Jugendobmann beim VfL Wolbeck .

Vorher war er selber Trainer – und ist es noch: „Den Trainerjob wollte ich auf jeden Fall behalten.“ Wie es dazu gekommen ist? „Ich komme gar nicht ursprünglich aus Wolbeck und spiele gar kein Fußball, aber mein Sohn spielt seit er fünf Jahre alt ist beim VfL“, sagt Fischer. Aus dem Hintergrund korrigiert sein Sohn stolz: „Seit ich vier Jahre alt bin!“ Damals stand die Mannschaft plötzlich ohne Trainer da. „Da sind die anderen Eltern auf mich zugekommen.“

Mit seiner eigenen Geschichte ist er die beste Werbung für das Ehrenamt . „Damit kann ich auch häufig andere Väter oder Mütter überzeugen – Trainer werden ist kein Hexenwerk, man kann sich einlesen.“ Außerdem: Kinder sind motiviert, haben Spaß, machen Spaß, lernen schnell. Jugendtrainer zu sein, heißt aber auch, mit ganz besonderen Herausforderungen konfrontiert zu werden. Deshalb bekommen die jüngsten Trainer beim VfL immer einen Erwachsenen zur Seite gestellt. Die jüngsten Trainer sind 14 und 15 Jahre alt, bei den Mini-Kickern ist gerade ein Zwölfjähriger als Co-Trainer eingestiegen. Manchmal hilft der Zufall: „Jetzt hat sich ein 15-Jähriger aus Kinderhaus bei uns gemeldet und will Trainer werden“, berichtet Fischer. „Aber unsere eigenen Jugendlichen kriegen wir noch nicht so richtig gepackt – wir könnten noch zwei Trainer gebrauchen.“ Das Problem ist häufig: „Wer selber spielt, hat keine Zeit zum trainieren.“

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