WLE-Reaktivierung
Die Voraussetzungen sind andere

Sendenhorst/Münster-Südost -

Die geplante Reaktivierung der WLE stößt in Sendenhorst kaum auf Widerspruch.

Freitag, 21.10.2016, 07:10 Uhr

Das Baugebiet Am Kohkamp in Albersloh – hier in winterlicher Pracht zu sehen – wird, so sehen es die Planungen der WLE vor, einen eigenen Haltepunkt bekommen.
Das Baugebiet Am Kohkamp in Albersloh – hier in winterlicher Pracht zu sehen – wird, so sehen es die Planungen der WLE vor, einen eigenen Haltepunkt bekommen. Foto: jot

Die geplante Reaktivierung der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) erhitzt die Gemüter vieler Bürger in Wolbeck und Angelmodde. Die Gründung der Initiative „Bürger gegen WLE-Reaktivierung“ ist ein deutliches Zeichen dafür. Aber auch die Befürworter der Wiederinbetriebnahme des Personenverkehrs auf den Schienen der WLE zwischen Sendenhorst und Münster vertreten ihre Meinung öffentlich, häufig in der Form von Leserbriefen.

Die Meinung der Parteien in der Bezirksvertretung Münster-Südost ist eindeutig: Die FDP ist als einzige Partei dezidiert gegen eine Reaktivierung. CDU , SPD, Grüne und Piraten stehen dem Vorhaben dagegen, wenn auch nicht ganz uneingeschränkt, positiv gegenüber.

Ein Vergleich mit dem Nachbarort Sendenhorst zeigt, dass diese Meinungskonstellation der Parteien praktisch deckungsgleich ist. Auch in der Stadt Sendenhorst, dem Ausgangpunkt für die 22 Kilometer lange Verbindung nach Münster, wendet sich die FDP als einzige Partei gegen die WLE-Reaktivierung.

Ein ganz anderes Szenario zeigt sich in Sendenhorst jedoch, was den Tenor in der Bevölkerung betrifft: Dort herrscht praktisch uneingeschränkte Zustimmung. Dies wurde nicht zuletzt auf einer Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung im September vergangenen Jahres deutlich, auf dem die schon recht weit gediehenen Planungen für die Wiedereinführung des Personenverkehrs zwischen Sendenhorst und Münster vorgestellt wurde und die von einer großen Schar interessierter Bürger verfolgt wurde. Allerdings: In Sendenhorst spielt bei der Diskussion eine in Wolbeck und Angelmodde befürchtete Einschränkung des ÖPNV (konkret Buslinie 8) natürlich keine Rolle.

Unabdingbar wird es aber auch in Sendenhorst sein, dass Schallschutzmaßnahmen ergriffen werden müssen. So ist geplant, dass die Häuser an der Ludgerusstraße mit neuen Fenstern ausgestattet werden.

Zudem wird es überwiegend positiv eingeschätzt, dass das große Baugebiet Am Kohkamp in Albersloh wegen seiner Nähe zu Münster durch einen Anschluss an die WLE sehr an Attraktivität gewinnen könnte. Besonders Berufspendler oder Schüler, die dort weiterführende Schulen besuchen, könnten von einer direkten Bahnverbindung profitieren. Den dortigen Bauherren dürfte allerdings die unmittelbare Nähe des Schienenverlaufs und eine eventuelle Lärmbelästigung im Vorfeld bekannt sein. Anders ist da die Konstellation in Wolbeck und Angelmodde, wo für die Betroffenen, die vor Jahren nah an den Gleisen gebaut haben, eine Reaktivierung der WLE in weiter Ferne gelegen haben mag.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4382476?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F144%2F4848344%2F4848347%2F
Legenden, Freaks und coole Socken
Kinder der Kita St. Peter und Paul in Nienborg singen im Karaoke-Studio „Däpp Däpp Däpp, Johnny Däpp Däpp“ . . .
Nachrichten-Ticker