In Wolbeck wird eine „intelligente Straßenbeleuchtung“ getestet, die stadtweit Schule machen könnte
Laternen-Licht auf Abruf

Münster-Wolbeck -

Warum sollen eigentlich Straßenlaternen brennen, wenn sie gerade nicht gebraucht werden? Diese Frage steckt hinter einem Projekt, das das Tiefbauamt Münster zurzeit in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken und der Fachhochschule (FH) Münster durchführt. Ziel ist, eine „intelligente Straßenbeleuchtung zu entwickeln, die möglicherweise stadtweit Schule machen könnte“. Dies erklärte Andreas Groot-Körmelink vom münsterischen Tiefbauamt im Gespräch mit unserer Zeitung.

Montag, 19.12.2016, 00:00 Uhr

Der Fuß- und Radweg am Petersdamm wird tagsüber stark genutzt. In der Dunkelheit sind dort nur Wenige unterwegs. Daher wird jetzt eine „Beleuchtung auf Abruf“ getestet.
Der Fuß- und Radweg am Petersdamm wird tagsüber stark genutzt. In der Dunkelheit sind dort nur Wenige unterwegs. Daher wird jetzt eine „Beleuchtung auf Abruf“ getestet. Foto: isa

Die Pilotanlage ging jetzt auf dem Geh- und Radweg „Petersdamm“ in Betrieb. Die Versuchsstrecke verläuft vom Schulzentrum entlang der Schienen, überquert die Hiltruper Straße und endet an der Ecke Am Steintor. Das Besondere: „Die Straßenlaternen gehen nur dann in Betrieb, wenn der Weg von Fußgängern oder Radfahrern benutzt wird, die – ähnlich wie bei einem Bewegungsmelder – die Beleuchtung anfordern“, erläutert Groot-Körmelink.

Ziel sei, möglichst wenig Energie zu verbrauchen, so der Fachmann. Daher habe man bereits vielfach die vormals genutzten Energiesparlampen durch die noch sparsameren LED-Leuchten ersetzt. In einem zweiten Schritt könnte Energie künftig auf ausgewählten Strecken nur noch auf Anforderung fließen. Was natürlich nur für wenig genutzte Strecken in Betracht komme, so der Fachmann.

So werden in Wolbeck nun ein halbes Jahr lang zwei unterschiedliche Systeme getestet: Auf der Strecke vom Schulzentrum bis zur Hiltruper Straße sind zwölf Laternen mit Infrarottechnologie ausgestattet, die sieben Laternen auf dem zweiten Teilstück tragen Radartechnik. Beide Systeme sorgen dafür, dass die Lampen nach Einbruch der Dunkelheit auf „Anforderung“ anspringen.

Wie sich die unterschiedlichen Technologien bewähren, und welche möglicherweise besser wegkommt, dies können nun die Wolbecker beurteilen: Sie sollen ihre alltäglichen Erfahrungen an die Stadt weitergeben, die diese als Entscheidungsgrundlage für zukünftige Planungen nutzen will. Das Tiefbauamt hat im Internet einen Fragenkatalog bereitgestellt, der sich etwa um die Zufriedenheit mit der Beleuchtung und um das eigene Sicherheitsempfinden dreht: www.stadt-muenster.de/tiefbauamt/strassen/strassenbeleuchtung. Zusätzlich wird die FH die beiden Systeme vergleichen und dazu Tests bei unterschiedlichen Wetterbedingungen durchführen, „etwa bei Starkregen oder Nebel“, so Groot-Körmelink.

Durch die intelligente Straßenbeleuchtung am Petersdamm werde einerseits eine Energieeinsparung von rund 70 Prozent erwartet, so der Fachmann. Andrerseits werde die Lichtemission („Lichtverschmutzung“) verringert. „Und das ohne Abstriche an die Sicherheit.“

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