Gerhard Herbst ist als Senior ein geachteter Ratgeber bei der St.-Achatius-Nikolai-Bruderschaft
„Alter Mann“ wird 95

Münster-Wolbeck -

Er hat viel erlebt, kennt Wolbeck wie seine Westentasche und ist auch in hohem Alter noch ein gefragter Ratgeber: Am Montag wurde Gerhard Herbst 95 Jahre alt. Bei einer großen Geburtstagsfeier im Pfarrheim St. Nikolaus schrieb vor allem der Erste Scheffer der St. Antonius-Nikolai Bruderschaft, Wilbert Brodrecht, dem Senior viel Gutes ins Stammbuch.

Montag, 30.01.2017, 21:01 Uhr

Mit Tochter und Enkelin sowie vielen weiteren Gästen feierte Gerhard Herbst seinen 95. Geburtstag. In seiner Funktion als „Alter Mann“ der St.-Achatius-Nikolai-Bruderschaft ist er bis heute als Ratgeber gefragt.
Mit Tochter und Enkelin sowie vielen weiteren Gästen feierte Gerhard Herbst seinen 95. Geburtstag. In seiner Funktion als „Alter Mann“ der St.-Achatius-Nikolai-Bruderschaft ist er bis heute als Ratgeber gefragt. Foto: isa

Das kommt nicht von ungefähr, denn Gerhard Herbst ist der „Alte Mann“ der Bruderschaft, und er übt dieses Amt mit viel Engagement aus. „Der Alte Mann“ sei vom Eintrittstermin her das älteste Bruderschaftsmitglied, erläuterte Brodrecht . Herbst, der am 10. Juni 1948 der Bruderschaft beitrat, ist nun seit 68 Jahren dabei. „Von deinen Mitgliedsbeiträgen konnten wir so manches Bierfässchen kaufen“, scherzte Wilbert Brodrecht.

Der ,Alte Mann` ist bei der St. Achatius-Nikolai-Bruderschaft hoch angesehen, und um ihn dreht sich ein eigener Passus in den Regeln. Brodrecht: „Er ist bei allen Ausschusssitzungen des Vereins willkommen, nimmt im Vorstand Platz und hat Sitz und Stimme.“ Gerhard Herbst habe seine Aufgabe immer in vorbildlicher Weise wahrgenommen, so Brodrecht. Kompetent und gradlinig habe er so manches Mal die Richtung gewiesen. Dies bestätigte auch Ratsherr Horst Karl Beitelhoff , der die Glückwünsche des Oberbürgermeisters überbrachte.

Gerhard Herbst kam am 30. Januar 1922 in der Herrenstraße in Wolbeck zur Welt und lebt dort bis heute. „Immer noch im selben Haus, immer noch im selben Zimmer“, erzählt der Senior lachend. Obwohl er auf den Rollstuhl angewiesen ist, versorgt er sich großenteils selbst. Mit Unterstützung von Tochter und Schwiegersohn, die im selben Haus leben. Der Senior, der außer in der Bruderschaft noch Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr , der Awo und beim VdK ist, war bis vor einigen Jahren auch noch im Männergesangverein aktiv. „Singen war immer meine Leidenschaft“, blickt er zurück, „genauso wie das Nähen“, wofür nun leider die Augen zu schlecht sind.

Beruflich war der Schuhmachermeister lange Abteilungsleiter bei der Firma Ratio und hat sich nebenbei um Halfter und Trensen der Pferde der Familie Snoek gekümmert. Wieso er bis heute als Ratgeber gefragt ist? „Man muss Wege geradeaus gehen“, sagt er. „Aber auch zurückstecken, wenn jemand etwas Besseres vorschlägt.“

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