Landwirt Heinrich Schwegmann zu neuen Gülleverordnungen
Gülle aus dem Hightech-Fass

Münster-Wolbeck -

Die Tage, an denen Landwirt Josef Schwegmann seine Gülle mit einem Pendelverteiler aufs Feld bringen darf, sind gezählt. Denn ab 2020 verbietet das Gesetz dessen Einsatz bei der Gülle-Düngung – eine von vielen, immer wieder neuen Vorschriften, mit denen sich die Landwirte auseinandersetzen müssen.

Samstag, 06.05.2017, 09:05 Uhr

Noch mit einem alten Pendelverteiler ist das Güllefass von Landwirt Josef Schwegmann ausgestattet. Zum Gülleausfahren wird das Fass allerdings nur noch selten benutzt, sondern in erster Linie zum Jauche-Transport
Noch mit einem alten Pendelverteiler ist das Güllefass von Landwirt Josef Schwegmann ausgestattet. Zum Gülleausfahren wird das Fass allerdings nur noch selten benutzt, sondern in erster Linie zum Jauche-Transport Foto: na

Die Tage, an denen Landwirt Josef Schwegmann seine Gülle mit einem Pendelverteiler aufs Feld bringen darf, sind gezählt. Denn ab 2020 verbietet das Gesetz dessen Einsatz bei der Gülle-Düngung – eine von vielen, immer wieder neuen Vorschriften, mit denen sich die Landwirte auseinandersetzen müssen. Wie auch mit der neuen Düngereform, die die Grenzwerte deutlich heruntergesetzt hat. Schwegmann, der in seinem Stall 135 Zuchtsauen stehen hat, spricht von einem nicht aufzuhaltenden „Strukturwandel“, der durchaus nachvollziehbar sei, für den er auch absolut Verständnis habe, der aber vor allem für die kleineren Betriebe große finanzielle Belastungen mit sich bringe. „Es wird Geld kosten“, so der ehemalige Ortslandwirt.

Und der Wolbecker nennt als Beispiel das noch relativ neu auf dem Markt befindliche Hightech-Fass, das sich in erster Linie Subunternehmer leisten. Das Fass ist mit einem GPS-System ausgestattet und warnt den Fahrer auf dem Traktor, wenn er nur minimal von der berechneten Bahn abkommt. Die am Fass befindliche Apparatur lockert die Erde in einer Tiefe von 20 Zentimeter auf und der flüssige Dünger gelangt in einem zehn Zentimeter tiefen Mini-Tunnel direkt in den Boden, die Nährstoffe erreichen so direkt die Wurzeln der Pflanzen. „Das ist natürlich ein riesiger Vorteil gegenüber den üblichen Verfahren mit Pendelverteilern oder Schleppschläuchen“, erklärt Schwegmann. Ein verstärktes Augenmerk lege man bei den bisher üblichen Verfahren auf den Stand der Vegetation, um so den passenden Zeitpunkt auszumachen, um mit der Düngung möglichst nah an den Pflanzen zu sein.

Wichtig sei das sofortige Einarbeiten des Düngers um so möglichst einen Verlust der Stickstoffanteile zu vermeiden.

Doch das sogenannte Strip-Till-Verfahren hat noch einen weiteren, wichtigen Vorteil: Es verbreitet wesentlich weniger Geruch, sicher zur Freude der Nachbarn. Und es ist natürlich kein Geheimnis, dass die übelriechende Substanz schon zu so manchen, teilweise recht massiven Beschwerden geführt hat. „Schon der Anblick eines Güllefasses reicht da manchmal“, sagt Schwegmann aus Erfahrung. Er spricht von einem guten Kontakt zur Nachbarschaft, was nicht zuletzt an seinem Bemühen und auch dem der anderen Landwirte in Wolbeck liege, an besonders schönen Tagen nicht zu düngen.

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