Wassermangel oder Frost könnten Ursache für lichte Krone sein
Der Taschentuchbaum leidet

Münster-Wolbeck -

Der Wolbecker Taschentuchbaum leidet. Das bei Spaziergängern und Radfahrern sehr beliebte exotische Gewächs am Angelseitenweg – etwa gegenüber dem Ehrenmal – steht um diese Zeit normalerweise in voller Blüte. Tatsächlich sind momentan auch einige der schneeweißen Blätter zu sehen, die der Pflanze ihren Namen geben. Allerdings scheinen sich an den Zweigen in diesem Jahr längst nicht so viele „Taschentücher“ zu finden wie sonst. Außerdem ist die grüne Krone des Baums deutlich lichter. Es gibt weniger, und es gibt kleinere Blätter. Was steckt dahinter?

Dienstag, 16.05.2017, 00:05 Uhr

Der Taschentuchbaum am Angelseitenweg steht zwar in Blüte. Rechts oben ist jedoch die lichte Krone erkennbar.
Der Taschentuchbaum am Angelseitenweg steht zwar in Blüte. Rechts oben ist jedoch die lichte Krone erkennbar. Foto: isa

„Bei vielen Bäumen in der Stadt zeigen sich zurzeit Trockenheitsschäden“, erläutert Dr. Thomas Hövelmann von der Nabu-Naturschutzstation. Auch beim Taschentuchbaum könne dies der Fall sein. Wegen des sehr trockenen Winters und Frühjahrs sei der Grundwasserspiegel in der Stadt gesunken. Viele Pflanzen hätten Schwierigkeiten, mit ihren Wurzeln bis dorthin vorzudringen und nähmen Schaden.

Sinnvoll sei in diesen Fällen, die Bäume zu wässern. Die meisten Bäume würden sich anschließend wieder erholen, so Hövelmann. Der durch den Wassermangel in seiner Vitalität geschwächte Baum könne aber auch Opfer von Pilzen, Käfern und anderen Schädlingen werden. Dann werde es kritisch.

Hans-Ulrich Menke hat noch eine weitere Erklärung parat. Grund für die Schwächung des Baums könne auch der Spätfrost gewesen sein, der vielen Pflanzen in der Stadt zusetzte habe, vermutet der Fachstellenleiter für Stadtbäume, Forst und Jagd beim Grünflächenamt. „Der Taschentuchbaum kommt ursprünglich aus China und ist daher viel mehr Wärme gewöhnt.“ Möglicherweise treibe der Baum im Nachgang dann noch einmal aus. Mit einer Portion Dünger könne man eventuell nachhelfen. Das Grünflächenamt werde sich des Baum-Patienten annehmen. Die „Taschentücher“ sind übrigens keine Blüten, sondern „umgewandelte Laubblätter“, so der Naturschutz-Experte Hövelmann. Ähnlich wie beim Weihnachtsstern sitzen diese auffälligen „Hochblätter“ unter den kleinen Blüten und werten sie optisch auf.

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