Heike Schappmann ist seit 14 Jahren Sprecherin der Rheuma-Liga in Münster
„Es gibt noch zu wenig Angebote“

Münster-Wolbeck -

In dieser Liga geht es nicht um Tore, trotzdem hat sie es zu einer gewissen Meisterschaft gebracht: Die Deutsche Rheuma-Liga ist eine der größten Selbsthilfeorganisationen im Gesundheitsbereich und ihre Arbeitsgemeinschaft in Münster besteht jetzt seit 40 Jahren. Sprecherin der AG ist die Wolbeckerin Heike Schapmann.

Freitag, 19.05.2017, 09:05 Uhr

Vor 40 Jahren wurde die Arbeitsgemeinschaft Münster in der Rheuma-Liga gegründet. Heike Schappmann ist seit 2003 ihre Sprecherin und bereitet für den heutigen Festakt Plakatwände mit Fotos aus der Historie vor.
Vor 40 Jahren wurde die Arbeitsgemeinschaft Münster in der Rheuma-Liga gegründet. Heike Schappmann ist seit 2003 ihre Sprecherin und bereitet für den heutigen Festakt Plakatwände mit Fotos aus der Historie vor. Foto: mlü

Sie ist selbst von Rheuma betroffen. Hat aber nie klein beigegeben. Sie zog drei Kinder auf, arbeitet als Floristin. Ihr Umgang mit der Krankheit? Sie gönnt sich in regelmäßigen Abständen Auszeiten und probiert immer etwas Neues aus. Das rät sie auch anderen Patienten: „Bleibt neugierig, bleibt offen – jeder Mensch ist anders“, was gut für ihn ist, muss er für sich selbst erkunden.

„Jeder muss für sich das Passende finden. Ich versuche auf meine innere Stimme zu hören – so habe ich jetzt das therapeutische Reiten mit Ü50 entdeckt“, sagt Schapmann und freut sich auf den Sommer: „Im Juni ist mein erstes Reitturnier!“ Dabei hatte man ihr vor 15 Jahren gesagt, dass sie bereits heute im Rollstühle sitzen müsste.

Aber nur Hilfe annehmen reichte ihr nicht, sie wollte etwas zurückgeben. Schapmann steht seit 2003 einem ehrenamtlichen Leitungsteam der Rheuma-Liga in Münster vor. Die Arbeitsgemeinschaft organisiert für ihre Mitglieder Bewegungs- und Trainingsangebote, die speziell auf Menschen mit dem Krankheitsbild Rheuma abgestimmt sind. Bis heute ist die Organisation von Funktionsgymnastik im Wasser und zu Lande eine Kernaufgabe der Rheuma-Liga Münster, denn „es gibt zu wenig Stellen und Angebote“. Neuerdings treffen sich zwei dieser Gruppen in Wolbeck. Schon länger gibt es ein Angebot für Krankengymnastik im Gewerbegebiet Wolbecker Windmühle. Noch im Aufbau begriffen ist die jüngste Gymnastikgruppe im Tross der stadtweit 26 Angebote: Seit Ende 2016 wird auch im Haus des Sports Funktionsgymnastik angeboten. Was spornt die Mitglieder an, sich in 52 Wochen im Jahr zur Funktionsgymnastik aufzuraffen?

„Es gibt zwei Möglichkeiten“, sagt Heike Schapmann, „entweder setzt man sich nach der Diagnose in die Ecke, oder man informiert sich und wird aktiv.“ Dass man sich mal hängen lässt, sei ganz normal. „Aber wer schon lange Jahre miteinander in einer Übungsgruppe mitmacht, steht dann nicht alleine – da sind schon viele Freundschaften entstanden.“ Wenn es mal schlecht läuft, alles weh tut, dann bauen sich die Mitglieder untereinander auf. „Bis es wieder gut geht.“

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