Kunst bis an die Decke
Norbert L. Rumpke öffnet sein Atelier

Münster-Wolbeck -

Das Atelier von Norbert L. Rumpke liegt in einem kleinen Hinterhofhaus an der Hiltruper Straße. Er öffnet die weiße Tür – dahinter: Kunst. Und zwar jede Menge davon!

Donnerstag, 17.08.2017, 12:08 Uhr

Kunst bis an die Decke: Norbert L. Rumpke zeigt seine Kunstwerke in ihrer ursprünglichsten Form - am Ort des Entstehens. Sein Atelier hat der Künstler seit fast 40 Jahren in Wolbeck an der Hiltruper Straße.
Kunst bis an die Decke: Norbert L. Rumpke zeigt seine Kunstwerke in ihrer ursprünglichsten Form - am Ort des Entstehens. Sein Atelier hat der Künstler seit fast 40 Jahren in Wolbeck an der Hiltruper Straße. Foto: mlü

An den Wänden stapeln sich Zeichnungen, gerahmt und ungerahmt. Überall kleine und große Skulpturen. Hinter einer Bronzefigur fällt sofort ein Kunstwerk ins Auge, das in Münster jeder kennt: Vor der Halle Münsterland steht „Der Flieger“ – dort aus Metall und lebensgroß, im Atelier aus Holz und nur so groß wie ein Kind.

Rumpke greift zu einer weiteren, rot lackierten Mini-Version, die er im Schrank stehen hat. „Das ist die Urfassung aus Buchenholz“. „Der Flieger“ hat in Münster noch vor kurzem für Aufsehen gesorgt. Unbekannte hatten der geometrischen Figur eine Schaufensterpuppe auf die Schultern gesetzt. Rumpke hatte sich gewünscht, dass die Halle Münsterland schnell wieder den Originalzustand herstellt. Doch er ist ins Grübeln gekommen: „Den jungen Untergrundkünstlern fehlt in Münster der Raum“, glaubt er die Ursache für die Aktion an der Halle Münsterland zu kennen. Am Hawerkamp gibt es Platz, ja, Ateliers sind auch am Hafen vertreten, doch letztlich sei das nicht genug. „Kunst und Kultur öffnen die Schleusen zu den Herzen der Menschen.“ Der Stellenwert sei also kaum zu unterschätzen.

Termin

Das Atelier an der Hiltruper Straße 20a öffnet am Samstag (19. August) und Sonntag (20. August) von 14 bis 20 Uhr und anschließend bis zum 30. August täglich von 15 bis 18 Uhr.

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Und die Skulptur-Projekte ? „Ich liebe die Künstler, die daran teilnehmen, aber die Künstler aus Westfalen und den Niederlanden leiden darunter, dass es in Münster keine regionale Ausstellung mit diesem Zuschnitt mehr gibt.“

Rumpke hat trotz der internationalen Konkurrenz einen Platz in Münster gefunden. „Der Flieger“ habe in den 1980ern einfach den Zeitgeist getroffen – die Figur breitet die Arme aus, wie ein glückliches Kind, dass über eine Wiese rennt. „Dieses Gefühl von Freiheit hat auch etwas mit der Emanzipation der Frau zu tun.“

Er hat das Motiv weiterentwickelt, es gibt Darstellungen der gleichen Figur als Silhouette, wie sie nach einem Kopfsprung ins Wasser eintaucht. Andere Motive reduzieren die Figur auf einen Baustein – auf das Dreieck, dass die Brust der Figur bildet. „Den Herzkeil“, sagt Rumpke. Auf einem Bild steckt dieser Herzkeil im Kopf einer anderen Person. Liebe kann schmerzhaft sein, soll das wohl heißen.

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