Hilfestellung und Beratung steht im Vordergrund
Schritte von „Amts wegen“

Münster-Wolbeck -

Bei der nächsten Veranstaltung des Arbeitskreises „Älter werden in Wolbeck“ geht es um Rechtsprechung und Demenz.

Freitag, 25.08.2017, 19:08 Uhr

Mit den rechtlichen Fragen bei Demenz stellen (v.l.) Rainer Mertens, Bernhard Sandbothe und Theo Mooren ein wichtiges Thema zur Diskussion.
Mit den rechtlichen Fragen bei Demenz stellen (v.l.) Rainer Mertens, Bernhard Sandbothe und Theo Mooren ein wichtiges Thema zur Diskussion. Foto: anh

„Mit dem Wissen um Demenz ist es häufig nicht weit her.“ Es werde zu viel verdrängt, während das Problem anwächst – und dann stehen ratlose Angehörige vor ihm: So erklärt Bernhard Sandbothe vom Achatiushaus die Vorgeschichte der Veranstaltungsreihe zu Fragen der Demenz, bei der es am 31. August um rechtliche Folgen geht.

Eigentlich wollte Bernhard Sandbothe einen Vortrag anbieten. Aber das wäre den vielen Fragen nicht gerecht geworden, stellte er fest. Nun haben sich der Arbeitskreis „Älter werden in Wolbeck“ und die Alexianer Münster mit dem Awo-Ortsverein Wolbeck zusammengetan. In Deutschland, so Theo Mooren vom Awo-Ortsverein, gebe es 1,6 Millionen Demenzkranke „und die Zahl wächst gewaltig“. Keiner wisse, ob und wann es ihn treffe, „sowohl als Patient als auch als Angehöriger“, ergänzt Rainer Mertens.

Am Donnerstag (31. August) geht es um die rechtlichen Folgen von Demenz. Der Referent, Horst Schmidt vom Awo-Betreuungsverein Münster, setzt im Vorfeld der Krankheit an und widmet sich auch der Frage, wer wen wie ansprechen kann und wer Rat und Hilfe bietet. Wie kann man sich in gesunden Tagen vorbereiten, etwa mit Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung? Reicht es aus, diese einmal anzufertigen? Und wer kann im Demenz-Fall rechtlich verbindliche Entscheidungen treffen, auch im Blick auf Vererben und Verschenken? Ein weiteres Thema sind Schritte „von Amts wegen“ – das zielt auf gesetzliche Betreuung, Heimunterbringung und freiheitsentziehende Maßnahmen.

„Die erste Veranstaltung im Juli drehte sich um medizinische Fragen der Demenz, und es kamen 70 Interessierte, sagte Mooren beim Pressegespräch. Drei weitere Themenabende beginnen ebenfalls um 18.30 im Achatius-Haus. Am 12. September (Dienstag) geht es um Demenz und das Fahren eines Fahrzeugs – „das ist ein Riesen-Thema“, sagt Mooren. Es kommt der Leiter der Führerschein-Stelle. Am 24. Oktober geht es um Unterstützungs-Angebote und schließlich am 21. November um finanzielle Auswirkungen einer Demenz für die Familie - dazu spricht Robert Heinemann vom Landesverband der Alzheimergesellschaft NRW. Kurioses am Rande: Zwei „hervorragende“ und aktuelle Broschüren gebe es vom Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz, so Mooren, zu Patientenverfügung und zum Betreuungsrecht. „Aber mehr als drei aktuelle Informationsbroschüren haben die Ministerien mir nicht schicken wollen.“

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