Karitatives Engagement
Schüler helfen Erdbebenopfern

Münster-Wolbeck -

Schüler helfen Schülern: Wolbecker Gymnasiasten unterstützen gleichaltrige und jüngere Nepalesen. Ein Erdbeben zerstörte 2015 deren Schulen. Über den Ökumenischen Eine-Welt-Kreis helfen die Gymnasiasten jetzt beim Wiederaufbau. Mit einer Spende in Höhe von 8513 Euro und mit geplanten persönlichen Einsätzen vor Ort.

Freitag, 22.09.2017, 17:09 Uhr

Wucht der Zerstörung: Nach dem Erdbeben blieb von dieser Schule nur noch ein Stück Wand übrig. Nur die Tafel blieb ohne Schaden.
Wucht der Zerstörung: Nach dem Erdbeben blieb von dieser Schule nur noch ein Stück Wand übrig. Einzig die Tafel blieb ohne Schaden. Foto: Christoph Roer

Die Erde bebte nur kurz, an jenem 25. April 2015. In Nepal. Ein Erdbeben auf der Richter-Skala 7,8 forderte 9000 Tote, darunter mehr als 2730 Kinder. Mehr als 600.000 Häuser wurden zerstört, darunter 47.000 Klassenräume.

Die Mitglieder des Ökumenenischen Eine-Welt-Kreises (ÖWK) helfen den Menschen in Nepal beim Neuaufbau ihres Landes. Bis Juni 2018 sollen zehn Schulen im Distrikt Kavre wieder aufgebaut werden, die ersten stehen kurz vor ihrer Fertigstellung. Möglich machen das auch Schüler aus Wolbeck. Und das kam so: Bei einem Spendenlauf des Gymnasiums sammelten die Schüler Geld. „Die Schülervertretung und das Lehrerkollegium überlegten ganz genau, welche Projekte mit dem Geld unterstützt werden sollen“, erläutert Direktorin Edith Verweyen-Hackmann. „Die sehr engagierte Arbeit und die große Transparenz der Projekt des ÖWK überzeugten uns“, sagt SV-Sprecher Kilian Sendtker.

Vertreter der Schülervertretung und des SchoolStore übergaben mit Direktorin Edith Verweyen-Hackmann, Schulpflegschaftsvorsitzende Anne Steinbach (2.v.r.) und einigen Lehrern den Scheck der Schüler an den 1. Vorsitzender des ÖWK St. Nikolaus Wolbeck, Christoph Roer (Mitte).

Vertreter der Schülervertretung und des SchoolStore übergaben mit Direktorin Edith Verweyen-Hackmann, der Schulpflegschaftsvorsitzenden Anne Steinbach (2.v.r.) und einigen Lehrern den Scheck der Schüler an den 1. Vorsitzender des ÖWK St. Nikolaus Wolbeck, Christoph Roer (Mitte). Foto: Peter Sauer

Nachdem die Schüler-Aktiengesellschaft „SchoolStore“ die Spendensumme noch etwas aufstockte, überreichten die Schüler am Freitag einen Scheck in Höhe von 8513 Euro an den ÖWK. „Das ist ein toller Grundstock für unsere aktuellen Projekte“, sagte Christoph Roer , 1. Vorsitzender des ÖWK. Toll auch, weil jeder Euro der Schüler vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit vervierfacht wird.

Diese Schule steht schon.

Diese Schule steht schon. Foto: Christoph Roer

In einem Beamervortrag zeigte er erschütternde Bilder vom zerstörten Nepal sowie hoffnungsvolle Fotos vom Wiederaufbau. Der Schulunterricht findet vorübergehend provisorisch in Zelten, unter Planen oder Bambusstöcken statt. „Die durch die Spenden finanzierten Schulen werden erdbebensicher sein“, betont Roer. „Dass die jungen Nepalesen schnell wieder in ihre Schulen geben können ist auch deshalb wichtig, weil sie sonst als billige Ausbildungskräfte missbraucht werden oder Gefahr laufen, Analphabeten zu werden.“

Genau das wollen auch die Wolbecker Gymnasiasten verhindern. „Diese glücklichen Augen der jungen Schüler und dass man wirklich viel bewegen kann, bestätigt mich in unserem Einsatz für Nepal“, sagt Kristian Sendtker. Die Schülervertretung strebe daher auch eine Partnerschaft mit einer Schule in Nepal an, möglicherweise über FSJ-Plätze.

Vorbildliches Engagement

Vielerorts wird kolportiert, die Jugend sei noch schlechter als ihr Ruf. Nicht selten von jenen Eltern, die sich an die eigene Kindheit gar nicht so gerne erinnern wollen. Dass es aber in Wahrheit die Jugend gar nicht gibt und einige Jugendliche nicht nur in Sachen Smartphone und Co. richtig gut drauf sind, sondern auch in Sachen soziales und karitatives Engagement, zeigt die tolle Spendenaktion der Schüler vom Gymnasium Wolbeck. Sie sammelten selbst Geld ein. Durch verschiedene kreative Aktionen, um – ebenso in Eigeninitiative – Kindern in Nepal zu helfen, wieder in ihre Schulen gehen zu können. Die waren nämlich nach dem Erdbeben komplett zerstört worden. Außerdem überlegen einige Schüler, selbst in Nepal mitzuhelfen. Ein vorbildliches Engagement, das Schule machen sollte. Peter Sauer

Diese nepalesischen Schüler freuen sich auf den Wiederaufbau.

Diese nepalesischen Schüler freuen sich auf den Wiederaufbau. Foto: Christoph Roer

Kommentar: Vorbildliches Engagement

Erdbeben in Nepal. Schüler verlieren ihre Schulen und laufen Gefahr, als bilige Arbeitskräfte missbraucht oder Analphabeten zu werden. Denn Nepal kann sich aus eigener Kraft nicht helfen. Hilfe kommt aus Wolbeck. Vom Ökumenischen Eine-Welt-Kreis und von Wolbecker Schülern. Vielerorts wird kolportiert, die Jugend sei noch schlechter als ihr Ruf. Nicht selten von jenen Eltern, die sich an die eigene Kindheit gar nicht so gerne erinnern wollen. Dass es aber in Wahrheit die Jugend gar nicht gibt und einige Jugendliche nicht nur in Sachen Smartphone und Co. richtig gut drauf sind, sondern auch in Sachen soziales und karitatives Engagement, zeigt die tolle Spendenaktion der Schüler vom Gymnasium Wolbeck. Sie sammelten selbst Geld ein. Durch verschiedene kreative Aktionen, um – ebenso in Eigeninitiative – Kindern in Nepal zu helfen, wieder in ihre Schulen gehen zu können. Die waren nämlich nach dem Erdbeben komplett zerstört worden. Außerdem überlegen einige Schüler selbst in Nepal mitzuhelfen. Ein vorbildliches Engagement, das Schule machen sollte. Kommentar von Peter Sauer

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