BLB erklärt das Verfahren zur Standortsuche der geplanten JVA und gibt weitere Informationen
„Uns waren die Hände gebunden“

Münster-Wolbeck -

Markus Vieth war von Anfang an bemüht, die Wogen zu glätten: Er bedauere, dass die Kommunikation in Sachen JVA-Standort in der Vergangenheit etwas „schräg gelaufen sei“, sagte der Vertreter des nordrhein-westfälischen Bau- und Liegenschaftsbetriebs (BLB) am Dienstagabend vor der Bezirksvertretung Münster-Südost. „Aber uns waren die Hände gebunden.“ Wie berichtet, hatten Politiker und Bürger eine schleppende Informationspolitik kritisiert.

Mittwoch, 24.01.2018, 00:01 Uhr

Das Thema Gefängnisneubau beschäftigte die BV Südost. 
Das Thema Gefängnisneubau beschäftigte die BV Südost.  Foto: isa

Detailliert erläuterte der BLB-Niederlassungsleiter für Münster dann die Hintergründe, die zur Auswahl des Wolbecker JVA-Wunschstandorts im Kreuzungsbereich Telgter Straße /Freckenhorster Straße geführt hatten. Man habe ganz von vorn angefangen, und „alle Möglichkeiten wieder in einen Topf geworfen“. Auch um Fehler wie beim Handorfer Fehlschlag zu vermeiden, sei man diesmal zu einer anderen Vorgehensweise übergegangen: Man habe sehr sorgfältig Bereiche ausgeschlossen, die aus den verschiedensten Gründen ungeeignet waren.

Übrig geblieben seien bei der „Weißflächenanalyse“ solche Örtlichkeiten, die innerhalb des von der Justiz vorgegebenen Radius von etwa zehn Kilometern um das münsterische Gerichtsgebäude herum grundsätzlich in Frage kamen. Innerhalb dieser „weißen Flächen“ suchte man dann nach einem passend geschnittenen Grundstück, das positiv in Sachen Verkehrsanbindung und bauliche Umgebung abschnitt. So sei man auf das 18 Hektar große Gelände südlich des Flughafens Berdel gestoßen und habe Verhandlungen mit den Eigentümern aufgenommen. Diese hätten natürlich zunächst vertraulich behandelt werden müssen. In Zukunft sollen Informationen kontinuierlich fließen, versprach Vieth . Eine Bürgerveranstaltung soll zeitnah stattfinden.

Auf die besorgte Frage nach Ausgleichsflächen hin antwortete Markus Vieth, dass der JVA-Neubau lediglich zwölf Hektar beanspruche, man jedoch insgesamt 18 Hektar erworben habe. Daher fände der größte Teil der Ausgleichsflächen bereits auf dem Gelände Platz.

Auch die mögliche Beeinträchtigung durch Licht-Emissionen war Thema und gab Anlass zu Fragen. Zwar sei die JVA Tag und Nacht beleuchtet, es soll jedoch ein fünfeinhalb Meter hoher Sichtschutzzaun errichtet werden. Ferner sei geplant, dass sich ein Grüngürtel aus hohen Bäumen ringsherum an das Wäldchen anschließt, das die künftige JVA bereits nach Norden abschirmt.

Ob durch die JVA der Betrieb der Kleinflugzeuge am benachbarten Verkehrslandeplatz Berdel beeinträchtigt werde, lautete eine Frage. Dies sei nicht der Fall, so Vieth. Man könne dort nach wie vor ohne Einschränkung seine Runden drehen.

Auf Kiebitze und Feldlerchen werde man Rücksicht nehmen, hieß es auf Nachfrage der Grünen hin. Markus Vieth: „Damit haben wir Erfahrungen, wir werden uns darum kümmern.“ 

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