Pop und Klassik von „The Modern Cello-Piano Duo“
Konzert mit besonderem Reiz

Münster-Wolbeck -

Pop auf klassischen Instrumenten umzusetzen, zu verwandeln, ist das Markenzeichen der klassisch ausgebildeten Musiker, die am Freitag zum wiederholten Mal in Wolbeck auftraten. „The Modern Cello-Piano Duo“, das sind Clemens Kröger und Daniel Sorour, und sie hatten erneut Überraschungen im Gepäck.

Montag, 26.03.2018, 00:03 Uhr

„The Modern Cello-Piano Duo“, das sind Clemens Kröger und Daniel Sorour, hatte einige Überraschungen im Gepäck.
„The Modern Cello-Piano Duo“, das sind Clemens Kröger und Daniel Sorour, hatte einige Überraschungen im Gepäck. Foto: anh

Spanische Tänze mögen sie, mit „Danzas Espagnolas“ von Enrique Granados begannen sie – ein Klang von eigenartiger Farbe. Manuel de Fallas „Feuertanz“ weckt das Bild von „Zigeunern“, dann widmet das virtuose Duo sich drei Stücken von John Lennon und Paul McCartney, auch „Michelle“.

Freddie Mercurys „Bohemian Rhapsody“ gab dem Konzert das Motto. Als erstes boten sie vom Ausnahme-Sänger des Rock „Don‘t stop me now“. Da bringt Sorour sein Cello mächtig in Fahrt – und verdeutlicht so erst recht, welch imposante Dynamik Mercurys Stimme sein Eigen nannte. Die bekannten Pop-Songs in schon durch die Instrumente verfremdeter Art und noch angereichert mit Jazz-Elementen zu hören, hat seinen eigenen Reiz.

Ebenso allerdings der (fast) so im Original besetzte Satz aus Schuberts Sonate a-Moll für Arpeggione und Klavier. Freunde des Klassischen konnten so mit dem Gefühl in die Pause gehen, die Balance sei wieder hergestellt zwischen Klassik und verfremdet Modernem. Wobei Schubert schon kräftig in die Romantik hineinragt: Auch das betonten die Musiker in ihren allen Stücken vorangestellten informativen Einführungen.

Eine noch ganz andere Klangwelt erlebten die Gäste in Arvo Pärts „Fratres“. Der moderne Komponist legte ungewöhnlichen Nachdruck auf die Einzelnote. Das prägt das von gregorianischen Gesängen mit ihren Wiederholungen inspirierte Stück.

Mit Piazolla kennt das Wolbecker Publikum sich aus. Zuletzt hatte im März 2017 das Ensemble „Luz y Sombra“ etwas vom Argentinier dargeboten. Warmer Applaus auch hier für eine ausgereifte Interpretation. Im Satz aus Bachs Sonate für Gambe und Tasteninstrument g-Moll mutet das Cello seltsam zurückgenommen an, man vermisst die Klarheit eines Schwerpunkts.

Schon 2009 und 2011 war Kröger in Wolbeck aufgetreten, damals mit Martin Sieveking als Erzähler und Martin von Hopffgarten am Cello. Das Konzert von 2011 war eines der letzten im Drostenhof.

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