Die Kinder brauchen besondere Unterstützung
Bilder des Grauens und Schreckens

Münster-Wolbeck -

Die syrischen Flüchtlingsfamilien aus Afrin, die im Flüchtlingsheim am Tönskamp wohnen, sind voller Sorgen und Ängste um ihre Verwandten, die in der im Kriegszustand befindlichen syrischen Stadt leben.

Mittwoch, 28.03.2018, 21:03 Uhr

Soldaten der von der Türkei unterstützten Freien Syrischen Armee (FSA) patrouillieren am 18. März 2018 durch das Stadtzentrum von Afrin. Die türkische Armee und mit ihr verbündete Rebellen haben nach Angaben von Staatspräsident Erdogan das Zentrum der nordwestsyrischen Stadt Afrin unter ihre Kontrolle gebracht.
Soldaten der von der Türkei unterstützten Freien Syrischen Armee (FSA) patrouillieren am 18. März 2018 durch das Stadtzentrum von Afrin. Die türkische Armee und mit ihr verbündete Rebellen haben nach Angaben von Staatspräsident Erdogan das Zentrum der nordwestsyrischen Stadt Afrin unter ihre Kontrolle gebracht. Foto: dpa

Die Bilder des Schreckens, des Grauens reißen nicht ab, die die syrischen Flüchtlingsfamilien aus ihrer kurdischen Heimatstadt Afrin in den vergangenen Wochen auf ihren Smartphones erreicht haben, Bilder vom brutalen Kriegsgeschehen, oft von noch dort lebenden Verwandten geschickt. Und sie lösen natürlich die größten Ängste und Sorgen bei den Flüchtlingen aus, die im Flüchtlingsheim am Tönskamp eine Bleibe gefunden haben.

„Es unbeschreiblich, welche Brutalität auf diesen Bildern zu sehen ist“, erklärt die Wolbeckerin Barbara Hoebink-Johann , die in der Flüchtlingshilfe Münster-Südost aktiv ist und sich ganz speziell um die Flüchtlinge am Tönskamp kümmert, sich für sie einsetzt, wo es nur möglich ist.

Seit über zwei Wochen seien die Kontakte nach Afrin praktisch völlig abgebrochen, nachdem es zuvor noch ab zu per Smartphone direkte Gespräche gegeben habe, erklärt Barbara Hoebink-Johann. Äußerst dramatisch zugespitzt hatte sich die Situation in Afrin, nachdem die türkische Armee unter der Befehlsgewalt von Staatspräsident Erdogan eine massive, militärische Offensive gestartet hatte.

Besonders für die Kinder, die noch ihre Oma, ihren Opa in Afrin haben, ist es sehr schwer mit der Situation fertig zu werden. „Sie bekommen einfach zu viel mit, von dem, was in Afrin geschieht“, sagt die Wolbeckerin. Natürlich sei man bemüht, sie von den Bildern fernzuhalten, die wesentlich brutaler seien als die offiziell veröffentlichten Fotos. Doch das gelänge nicht ausreichend. Deshalb sieht Hoebink-Johann eine wichtige Aufgabe darin, die Kinder zu unterstützen. „Wir müssen ihnen helfen, diese Situation zu verarbeiten“, sagt die Wolbeckerin, und sie berichtet von einem Ausflug mit zehn Flüchtlingskindern ins Naturkundemuseum. „Es war eine spontane Aktion“, sagt sie. Eine wichtige Ablenkung sollte der Ausflug für die Kinder sein. „Und ich denke, er war ein voller Erfolg, denn alle waren aufgeschlossen und sehr interessiert“, berichtet sie. Und es ist auch ein kleiner ein Schritt zur Integration gewesen, denn ein Kennenlernen der völlig neuen Umgebung heißt vielleicht auch ein klein wenig Wohlfühlen.

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