„Afriet-Riemsels“ des Stadtheimatbundes jetzt auch in Wolbeck am „Punkt“ zu haben
Ein Stückchen Platt zum Abreißen

Münster-Wolbeck -

Das Projekt des Stadtheimatbundes gibt es in Münster schon seit 2013 und es lässt sich leicht praktizieren: Man hängt ein Brett mit einem DIN-A-4-großen Block an einer halbwegs regengeschützten Stelle im öffentlichen Raum auf, und jeder kann sich davon einen kostenlosen Zettel mit einem „Stückchen Platt“ abreißen.

Dienstag, 24.07.2018, 00:00 Uhr

Heimatvereinsvorsitzender Bernhard Karrengarn (2.v.l.) und sein Stellvertreter Alfons Gernholt (l.) freuen sich sehr, dass die Familie Hoebink (v.l.: Dr. Horst-Theodor Johann, Angela Hoebink und Barbara Hoebink-Johann) am Kretivzentrum „Punkt“ einen Platz für die „Afriet-Riemsels“ zur Verfügung stellt.
Heimatvereinsvorsitzender Bernhard Karrengarn (2.v.l.) und sein Stellvertreter Alfons Gernholt (l.) freuen sich sehr, dass die Familie Hoebink (v.l.: Dr. Horst-Theodor Johann, Angela Hoebink und Barbara Hoebink-Johann) am Kretivzentrum „Punkt“ einen Platz für die „Afriet-Riemsels“ zur Verfügung stellt. Foto: isa

„In Wolbeck haben wir lange nach einem geeigneten Platz gesucht“, erläutert Bernhard Karrengarn. Beim Kreativzentrum „Punkt“ wurde der Vorsitzende des Wolbecker Heimatvereins schließlich fündig. Ab sofort sind die „Afriet-Riemsels“ („Abreiß-Reime“) auch im Wigbold zu haben.

„Afriet-Riemsels“ sind plattdeutsche Gedichte, die man im Vorübergehen mitnimmt, um sich daran zu erfreuen und ganz nebenbei dem Plattdeutschen näher zu kommen. Jeden Monat gibt es ein neues Blatt, auf dem außerdem der „Spruch des Monats“ abgedruckt ist. Wie das Gedicht regt auch der Spruch oft zum Schmunzeln an. So heißt es im Juli launig: „Lierige Pötte rappelt am mährsten“ (Leere Pötte rappeln am meisten“). Auf der Rückseite jedes Blatts ist ein Monats-Veranstaltungskalender mit Terminen abgedruckt, die die Freunde der Heimat- und Kulturpflege interessieren könnten.

Die Idee für das „Plattdeutsch zum Mitnehmen“ stamme ursprünglich vom Institut für Niederdeutsche Sprache in Bremen, erläuterte Karrengarn. In Münster gibt es die Afriet-Riemsels inzwischen am Neutor-Torhaus, am Prinzipalmarkt sowie in Nienberge und Mecklenbeck. Insgesamt gibt es zurzeit etwa 2000 Interessierte in ganz Münster, die die Monatsblätter mitnehmen. Finanziert wird die Aktion – auch in Wolbeck – vom Stadtheimatbund.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir die Wolbecker „Afriet-Riemsels am Kreativzentrum Punkt anbringen dürfen“, sagt Bernhard Karrengarn. Das Kreativzentrum an der Münsterstraße 10 liegt zentral im Ortskern und ist Eigentum der Familie Hoebink, die sich bereits mehrfach für die Pflege der plattdeutschen Kultur eingesetzt hat. So hatte sich die inzwischen verstorbene Irmgard Hoebink, die aus Berlin stammte, für das westfälische Platt interessiert. Von ihr stammt die Anregung, einmal monatlich plattdeutsche Lesungen in Alten- und Pflegeheim Achatius-Haus zu organisieren.

Diese plattdeutschen Lese-vormittage gehören inzwischen seit etwa zwölf Jahren zum festen Programm des Heimatverein. Sie finden an jedem ersten Mittwoch im Monat statt und beginnen um 10.15 Uhr. Außerdem bietet der Heimatverein unter anderem ein Lambertussingen an, beteiligt sich am Maibaumaufstellen, organisiert verschiedene Kulturveranstaltungen, unter anderem das Volkssingen, unternimmt Radtouren und Ausflüge.

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