Handwerkliche Fähigkeiten waren gefragt
Kleine Böcke aus Fichte und Zeder

Münster-Wolbeck -

Als Jugendhippenmajor der KG ZiBoMo einen eigenen Orden zu haben, das ist nicht außergewöhnlich. Was Florian Mentrup in der Session von Hippenmajor Dirk I. Mentrup an Orden verleihen wird, ist ein besonderer Orden: Sein Ziegenbock ist aus Holz und garantiert von Hand bearbeitet im Hause Mentrup. 

Sonntag, 09.09.2018, 18:40 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 08.09.2018, 09:00 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 09.09.2018, 18:40 Uhr
Jeder kleine Bock ist ein Stück Handarbeit: (v.l.) Jonas Cadura mit Finja, Florian, Dirk und Annette Mentrup präsentieren ihre „Schätze“.
Jeder kleine Bock ist ein Stück Handarbeit: (v.l.) Jonas Cadura mit Finja, Florian, Dirk und Annette Mentrup präsentieren ihre „Schätze“. Foto: anh

Als Jugendhippenmajor der KG ZiBoMo einen eigenen Orden zu haben, das ist nicht außergewöhnlich. Was Florian Mentrup in der Session von Hippenmajor Dirk I. Mentrup an Orden verleihen wird, ist ein besonderer Orden. Nicht aus Metall, nicht lackiert, nicht einzeln in Plastiktütchen verpackt geliefert – sein Ziegenbock ist aus Holz und garantiert von Hand bearbeitet im Hause Mentrup. 

Das erste Wochenende im September war gefüllt mit der Verarbeitung. Am Freitag ging es los, am Sonntagnachmittag schmirgelt Florian immer noch, neben ihm schmirgelt Jonas Cadura; Trixi Theis, Freundin von Annette Mentrup, hat ebenfalls ein Stückchen Schmirgelpapier in der Hand. 

Jonas Cadura schmirgelt noch schnell einen Ziegenbock, dann ist die Viererkette der Bearbeitungsstufen für ein Foto fertig: In Mülheim an der Ruhr hat Dirk Mentrup in einer Hobelfabrik die Ziegenböcke aus Zeder und Fichte sägen lassen, 3000 Stück insgesamt. Dazu hatte er dem Werk Zeichnungen vom Wolbecker Ziegenbock zukommen lassen. Das Design ist geglückt. Beim Aufbrechen des Holzes gibt es Kanten und Splitter, die werden nun per Hand geschmirgelt, auch die spitzen Hörner.

Heiß geht es zu beim Stempeln: „Jonas II. 2019“ steht auf dem Messingstück, eingespannt in Metall mit Stromanschluss, der für Hitze sorgt. Die Hitze mäßigt ein Griff aus Holz – aber nach einigen Stunden Stempeln ist auch der so heiß, dass Annette Mentrup zum Handschuh greift. Der „Ziegenbock“ wird in eine Metallform gelegt, der Stempel aufgedrückt – so eben und gleichmäßig, wie es geht. Das klappt selbst mit hundertfacher Übung nicht immer – dann fehlt ein Teil des Textes. So wandert mancher Holz-Ziegenbock in einen Karton zweiter Wahl.

Hat ein Bock alle Stufen überstanden und das kritische Auge der Mentrups – „wir sind pingelig“, sagt Dirk Mentrup – dann bekommt er noch ein blau-gelbes Band angeschraubt. 800 haben sie davon.

Am Sonntag warteten noch zwei volle Kartons – es könnte ein weiteres Schmirgel-Stempel-Schraub-Wochenende werden.

Das eine Ziegenmodell betont Duft – aber nicht den Duft eines Ziegenbocks, sondern den von Zedernholz. Diese „Schnüffelziege“ könnte einen Platz in Wolbecker Kleiderschränken finden.

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