Abenteuerliche Greifvogel-Schau lockte viele Zuschauer an
Nur der Uhu war schlecht gelaunt

Münster-Wolbeck -

Ein paar Pfiffe und: „Hey, Hey!“ – das waren Ivo van Lanen Lockrufe, um seine Greifvögel wieder auf seinem ausgestreckten Leder-Handschuh landen zu lassen. Was meistens gut funktioniert. Schließlich haben die imposanten Vögel ein jahrelanges Training hinter sich.

Dienstag, 25.09.2018, 18:36 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 23.09.2018, 19:22 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 25.09.2018, 18:36 Uhr
„Zum Greifen nah“ waren die Greifvögel bei der Schau im Garten des Wolbecker Drostenhofes. Vor allem viele Kinder waren gekommen.
„Zum Greifen nah“ waren die Greifvögel bei der Schau im Garten des Wolbecker Drostenhofes. Vor allem viele Kinder waren gekommen. Foto: hk

Während der Greifvogelschau im Drostenhofpark, die der Vorsitzende des Bürgerforums, Dieter Alke, organisiert hatte, zeigten die Tiere, was sie gelernt hatten. Wie etwa der Bussard, der wie fast alle Greifer nur alle zwei bis vier Tage auf Beutezug geht und sich dann satt zurückzieht.

Das Training laufe gleichförmig ab, erklärte der Niederländer, der bereits zum vierten Mal nach Wolbeck gekommen war. Am Ende stehe immer die Belohnung. „Wenn der Kropf voll ist, fliegt er nicht mehr“, sagte der Falkner.

Aufmerksamkeit zog ein 13 Jahre alter Uhu auf sich. Seine orangenen Augen weisen ihn als dämmerungsaktiven Jäger aus. Legen sich seine Ohrenpinsel flach hin, zeigt er seine schlechte Laune. Und die hatte er. Fast, so schien es, wäre die Schau aus dem Ruder gelaufen. Den Uhu interessierten weder die Lockrufe seines Gebieters noch das hingehaltene Küken.

Statt dessen forderten vorbeifliegende Dohlen und Krähen seine Aufmerksamkeit, und so dauerte es, bis Ivo van Lanen ihn wieder „einfangen“ konnte.

Das Problem sei, dass er zwischen den Häuserschluchten von dem Uhu nicht gesehen werden könne, erklärte der Falkner. „Das Tier ist frei, wir arbeiten mit der Natur“, warb er für seine Arbeit.

Ob ihm je ein Greifvogel abhanden gekommen sei? „Ja, einmal“, sagte er. Aber die meisten kämen spätestens nach einigen Stunden zurück, wenn sie denn aus-gebüxt sind. Zum Glück gebe es Ortungssysteme. Außerdem führe jeder Greifvogel eine Telefonnummer für den Fall aller „Ausbüxfälle“ mit sich. „Sollen wir den Uhu wieder freilassen?“, fragte er in die Zuschauermenge.

Spannend war auch der Umgang mit einem Vogel, „der immer mitmacht“, wie der Falkner verriet. Der afrikanische Weissrückengeier hatte eine fünfmonatige Ausbildung genossen. Eine imposante Erscheinung mit fünf Kilogramm Körpergewicht und einer Flügelspannweite von 2,80 Metern. „Alles, was man nicht mehr braucht, wird gegessen“, erklärte van Lanen, während der Geier wie ein Hündchen neben ihm her lief, auf der Suche nach etwas Essbaren. Selbst am Ende seines Auftrittes hackte er noch eifrig an dem Lederhandschuh des Falkners.

Umgänglicher war die kleine Schleiereule mit ihrem Lebendgewicht von nur 300 Gramm. Ihr Gehör ist so stark, dass sie die Mäuse laufen hört und dabei so-gar Fremdgeräusche ausschalten kann.

Imposant war der südamerikanische Adler, der normalerweise im Hochgebirge der Anden den Aufwind nutzt und damit fast ohne Aufwand seine Schwingen einsetzen kann. Während der Vorführung, bei dem besonders viele Kinder staunend die Flugschau verfolgten, war der Adler allerdings gerade in der Mauser und daher leider flugunfähig.

Wie vielfältig die Greifvögel trainiert werden können, zeigte der fast ausgewachsene afrikanische Uhu, der es auf die Köpfe der Menschen abgesehen hat. „Eine schöne Kopfmassage“, so van Lanen. Schlussendlich der Sakerfalke, der für viele Falken steht. „Ein Wanderfalke kann bis zu 300 Kilometer pro Stunde zurücklegen“, erklärte van Lanen.

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