Zahlreiche Risse im Sockel
Wem gehört das Kreuz?

Münster-Wolbeck -

Das schlichte Steinkreuz, das an der Einmündung der Hiltruper Straße/Am Steintor steht, ist akut umsturzgefährdet, dessen ist sich Markus Kleffner sicher.

Samstag, 24.11.2018, 07:00 Uhr aktualisiert: 25.11.2018, 19:30 Uhr
Für Markus Kleffner ist das Kreuz aufgrund seiner großen Risse im Sockel umsturzgefährdet. Dass sich auf der Vorderseite eine Inschrift befunden haben soll, ist nicht mehr zu erkennen.
Für Markus Kleffner ist das Kreuz aufgrund seiner großen Risse im Sockel umsturzgefährdet. Dass sich auf der Vorderseite eine Inschrift befunden haben soll, ist nicht mehr zu erkennen. Foto: na

„An der Einmündung der Hiltruper Straße/Am Steintor steht ein schlichtes Steinkreuz.“ So beginnt in einer Broschüre des Heimatvereins über Bildstöcke und Wegekreuze in Wolbeck das kleine Kapitel über besagtes Steinkreuz, das sich auf dem Vorplatz der Nikolaus-Apotheke befindet. Wie lange schon, das weiß auch Apotheker Markus Kleffner nicht. „Nachdem ich 2001 mein Geschäft eröffnet hatte, habe ich vergeblich versucht herauszufinden, wem das Kreuz gehört“, berichtet Kleffner. Sein Vermieter habe ihm lediglich erklärt, er sei dafür nicht zuständig.

Als der Zahn der Zeit nun immer offensichtlicher am Kreuz und vor allem an dessen Sockel nagte, begann Kleffner sich Sorgen zu machen, dass es umstürzt und zerbricht. Große Risse im Gestein und dessen regelrechtes Zerbröseln sind böse Anzeichen dafür. „Als hier die umfangreichen Straßenbauarbeiten starteten, hatte ich schon ganz arge Befürchtungen“, so Kleffner. „Ich habe die Bauarbeiter angesprochen, das Kreuz bei ihren Arbeiten doch im Auge zubehalten“, berichtet er.

Für ihn spielt es eine wichtige Rolle, dass die jetzige Situation seine ständigen Bemühungen um eine attraktive Gestaltung des gesamten Vorplatzes gefährden, die, das sagt er offen, auch finanziell für ihn eine nicht unerhebliche Belastung seien „Aber außerdem will man solche Dinge ja auch erhalten“, betont der Apotheker. Und diese Chance sei nur gegeben, wenn man jemanden fände, der sich der Restaurierung Kreuzes annehme.

Eingeklinkt in die Nachforschungen, wer für die Instandsetzung des Kreuzes zuständig ist, hat sich jetzt auch der Wolbecker Heimatverein. „Da das Kreuz nicht unter Denkmalschutz steht und außerhalb der öffentlichen Straßenfläche, ist die Stadt Münster nicht für die Instandsetzung verantwortlich“, hat Alfons Gernholt, zweiter Vorsitzender des Heimatvereins, herausgefunden.

Er wisse nicht, wer der jetzige Eigentümer sei, aber es sei davon auszugehen, dass es ursprünglich Familie Schmitz, die eine Gastwirtschaft hatte, gewesen sei. Die Familie hatte an der gleichen Stelle, so ist es in der Broschüre nachzulesen, einen Garten. Und die Autoren der Broschüre, die übrigens 2001 erschienen ist, wagen die Annahme, dass es sich hier wohl um einen der ältesten Standorte eines Wegekreuzes handele.

„Es wäre schade, wenn das Kreuz in Wolbeck verschwinden würde. Vielleicht findet sich ja jemand, der die Instandsetzung finanziert und organisiert, obwohl es kunstgeschichtlich wohl nicht von besonderer Bedeutung ist“, sagt Gernholt und hat damit mit Markus Kleffner einen Verbündeten.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6211232?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F144%2F
Das Friedenslicht ist auf dem Weg durchs Münsterland
Das Friedenslicht erreicht am Sonntag Münster und wurde in einem feierlichen Gottesdienst weitergegeben.
Nachrichten-Ticker