Spendenaktion trägt erfolgreiche Früchte
Schulen eröffnen Perspektiven

Münster-Wolbeck -

Mitglieder des Ökumenischen Eine-Welt-Kreises haben Projekte in Nepal besucht.

Donnerstag, 27.12.2018, 08:00 Uhr
Fünf Wolbecker Ehrenamtliche waren bei der Eröffnung einer neuen Dorfschule im Bergland Nepals dabei. Der ÖWK hat den Schulbau mit Spendengeldern und Unterstützung des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit finanziert.
Fünf Wolbecker Ehrenamtliche waren bei der Eröffnung einer neuen Dorfschule im Bergland Nepals dabei. Der ÖWK hat den Schulbau mit Spendengeldern und Unterstützung des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit finanziert. Foto: Christoph Roer

Kurz nach Sonnenaufgang geht es los. Fünf Mitglieder des Ökumenischen Eine-Welt-Kreises St. Nikolaus (ÖWK) besteigen in der nepalesischen Provinzhauptstadt Dhulikhel einen Geländewagen, der sich schon wenige Minuten später durch Staub und Schlaglöcher immer höher in das Bergland Nepals hinaufwindet. Die Blicke in tausend Meter tiefe Täler an deren Hänge sich die einfachen Schotterpisten schmiegen und auf die schneebedeckten Giganten des Himalaya am Horizont sind atemberaubend.

In der Geschichte des kleinen Ortes Timal, den die Delegation aus Wolbeck in Begleitung ihrer nepalesischen Partner nach etwa dreistündiger beschwerlicher Fahrt erreicht, ist dieser Tag ein ganz besonderer. Dort, nur wenige Kilometer vom Epizentrum eines der schwersten Beben des Frühjahres 2015 entfernt, sind die Folgen der Naturkatastrophe noch immer allgegenwärtig.

Doch an diesem Tag kehrt ein Stück Normalität in den kleinen tibeto-buddhistisch geprägten Ort zurück. Denn heute wird die Dorfschule, die Shree Narayansthan Secondary School, eine der 196 im District durch das Erdbeben zerstörten Schulen, wieder eröffnet. Die Freude über neue Perspektiven für die Kinder ist greifbar.

Welcher Kraftakt hinter der Errichtung des erdbebensicheren eingeschossigen Schulgebäudes steht, wird den fünf Wolbecker Ehrenamtlichen, die die Projektreise nach Nepal aus eigener Tasche finanzieren, spätestens nach der strapaziösen Anreise zu der Einweihungsfeier deutlich. Jeder Ziegelstein, jedes Kilo Betonstahl und jeder Sack Zement mussten, ebenso wie die Handwerker, denselben mühevollen Weg nehmen, damit hier in dem entlegenen Dorf ein Stück Zukunft entstehen kann.

Dem Vorsitzenden der nepalesischen Partnerorgansiation HEFA (Health and Education For All), Narayan Adhikari und seinem Team, die in den letzten zweieinhalb Jahren an zehn Standorten Schulen unter schwersten Rahmenbedingungen wieder aufgebaut haben, gilt der Dank des ÖWK, der die Schulbauten finanziert.

„Der hohe Stellenwert einer Schulausbildung für ihre Kinder ist den Eltern dieser Region längst bekannt“, weiß der Vereinsvorsitzende Christoph Roer. Mit der wieder gewonnen Gewissheit, dass ihre Kinder nun in einem sicheren Gebäude regelmäßig Unterricht erhalten, weicht ein großes Stück Perspektivlosigkeit.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, trägt 75 Prozent der Projektkosten trägt. Investiert wurden über 745 000 Euro. Während dessen wird bereits parallel am Förderantrag des Folgeprojektes, in dessen Rahmen bis zu sechs weitere Schulen aufgebaut werden sollen, gearbeitet. Die Zeit drängt, so die Vertreter des ÖWK, denn je länger die Schulausbildung eines Kindes unterbrochen ist, desto größer die Gefahr, dass es als billige Arbeitskraft missbraucht wird oder die Mädchen viel zu früh verheiratet werden.

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