Beim Neujahrsempfang der SPD Südost kamen zahlreiche aktuelle Themen zur Sprache
Europa, die Löhne und die Jugend

Münster-Wolbeck -

Um eine Europäische Union, die nahe am Bürger sein soll, drehte sich der Neujahrsempfang des Wolbecker Ortsvereins der SPD. Ihr Vorsitzender, Marius Herwig, hatte als Hauptrednerin Sarah Weiser gewonnen, Kandidatin für das EU-Parlament. Es wird im Mai gewählt.

Montag, 14.01.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 18:12 Uhr
Marius Herwig, Sarah Weiser, Dominik Lassak und Rolf Schönlau beim Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Wolbeck.
Marius Herwig, Sarah Weiser, Dominik Lassak und Rolf Schönlau beim Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Wolbeck. Foto: anh

Ein wenig war der Neujahrsempfang eine „GroKo Südost“: Aus Gremmendorfs SPD waren der dortige Ortsvereinsvorsitzende Dominik Lassak und Willi Landau gekommen, von der CDU Petra Hensel-Stolz, stellvertretende Vorsitzende der Ortsunion Wolbeck und Marc Würfel-Elberg, Vorsitzender der Ortsunion Gremmendorf. Außerdem waren einige Vereinsvertreter zugegen, zusammen gut 20 Teilnehmer.

Die EU kritisch zu betrachten, aber auch konstruktiv, war Weisers Plädoyer in freier Rede. Von der Brexit-Entscheidung erwartet Weiser eine Mobilisierung nicht nur der Jugend. Man müsse vermitteln: „Es geht um was.“ Weiser, geboren in Gelsenkirchen, hat das erste juristische Staatsexamen absolviert, arbeitet in Münster in einer Kanzlei und studiert noch Philosophie und Politik.

Die Jugend und ihre Beschäftigung war ein Hauptthema Weisers. Sie befürwortet Mindeststandards bei Löhnen in Abhängigkeit von der nationalen Wirtschaftsleistung und liegt damit auf der Linie der SPD-Spitzenkandidatin für das EP, Katarina Barley. Rege nutzten die Gäste die Gelegenheit zu Fragen an Weiser.

Bezirksbürgermeister Rolf Schönlau, SPD, wünscht sich praktische Vorteile für die Bürger. Zum Beispiel, dass man mit dem in Frankreich geparkten Wohnmobil auch dort zum „TÜV“ gehen kann.

Bernhard Sandbothe, Leiter des Achatius-Hauses, kritisiert die Datenschutz-Grundverordnung. Sie habe zwar großen Konzernen gegolten, werde nun aber bei Vereinen oder seinem Unternehmen „eher als lähmend empfunden“.

Dies läge an nationalen Regelungen, so Weiser. Es sei ein verbreitetes Problem, so ein Gast, dass die nationalen Regierungen Positives für sich reklamierten, Negatives der EU zuschöben. „Was mir fehlt“, so Rainer Wagner, ehemaliger Ratsherr der SPD, „ist eine Charme-Offensive.“ Schönlau lobte Weiser für ihre „mit Herzblut“ gehaltene Rede: „Das steckt ja an. Das würde ich mir auf der oberen Ebene auch wünschen“, sagte er und erinnerte an Schmidt, Mitterrand und Kohl.

Herwig wünscht sich, „nun den nächsten Schritt zu tun“ zur Sozialunion: „Als Nationalstaat werden wir uns nicht mehr behaupten.“ Der SPD in der GroKo bescheinigte er einige Erfolge von der Parität bei der Krankenversicherung bis zum „Gute-Kita-Gesetz“.

Dominik Lassak plädierte in seinem Grußwort ebenfalls für „mehr Europa“ und sprach an, auf dem York-Gelände sei der Anteil der Sozialwohnungen gefährdet. Die Gäste blieben nach dem Ende des offiziellen Programms noch in Gespräche vertieft.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6321675?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F144%2F
Vater verschanzt sich mit Kleinkind in Wohnung
Der Bereich um die Kirchstraße ist weiträumig abgesperrt.
Nachrichten-Ticker