„Es geht nicht ums Essen, es geht um die Gemeinschaft“
Rund 25 000 Essen

Münster-Wolbeck -

Mittagstreff im Achatiushaus feiert sein zehnjähriges Bestehen mit vielen Gästen.

Freitag, 18.01.2019, 09:00 Uhr aktualisiert: 18.01.2019, 18:24 Uhr
Für jeden Buchstaben des „Mittagstreffs“ fanden sich passende Begriffe, vorgetragen von den Helferinnen.
Für jeden Buchstaben des „Mittagstreffs“ fanden sich passende Begriffe, vorgetragen von den Helferinnen. Foto: anh

Ein Programm mit Weltpremieren hat es am Mittwoch zum Jubiläums-Auftakt des Wolbecker Mittagstreffs gegeben. Gabriele Knuf , die den Treff mit Margarete Franz und Brigitte Heßling organisiert, begrüßte zahlreiche Gäste und ehrenamtliche Helferinnen der Institution im Café des Achatiushauses.

Seit zehn Jahren findet dort der „Wolbecker Mittagstreff“ statt: Zweimal wöchentlich trifft man sich zum Mittagessen – aber das hat wenig gemein mit dem Essen in einer Kantine. „Es geht nicht ums Essen, es geht um die Gemeinschaft“, sagt Bernhard Sandbothe , Leiter des Hauses der Alexianer .

Aus deren Küche kommt das Essen. Dass die Helferinnen, derzeit 21 an der Zahl, selbst immer wieder ein mit Neugier und Vorfreude erwartetes Dessert bereiten, ist nur ein Unterschied. Wichtiger: Es gibt eine feste Sitzordnung, „man fängt gemeinsam an, man hört gemeinsam auf“, sagt Sandbo­the. Das macht den Treff familiär. Es fällt sofort auf, wenn mal jemand nicht dabei ist.

Teilnehmer sind einige Bewohner des Hauses, einige aus dem Service-Wohnen und viele externe Gäste aus Wolbeck. Die Nachfrage ist groß. Zwei stehen auf der Warteliste. Zwischen 26 und 30 Menschen seien dabei an den beiden WMT-Tagen, Dienstag und Donnerstag, so Knuf. Das Vorbeten übernimmt meist Winfried Schagen. Als Chauffeur für jene, die schlecht zu Fuß sind, ist Dieter Fischer in Wolbeck unterwegs: „Wenn Not am Mann ist, auch in Angelmodde-Dorf“.

Der Treff entstand vor zehn Jahren, als ein Mittagsangebot in der evangelischen Christuskirche auslief. Die Anfrage im Achatiushaus stieß bei Sandbothe auf Gegenliebe. „Ich komme seit zehn Jahren“, sagt Friederike Herting. Kern des Anfangs-Teams waren Gabriele Knuf, Susanne Walter-Fritzen, Brigitte Heßling, Ursula Lau und Christel Mentrup. Inzwischen sind es 21: „Wir schätzen einander, wir mögen einander, wir vertrauen einander.“

Über 25 000 Essen dürften in den zehn Jahren zusammengekommen sein. Wolfgang Fiebig trug vor, wie er die Laufleistung der Helferinnen berechnete. Er kam auf weit über eine Million Schritte.

Die Alexianer bieten Schulung etwa im Bereich Hygiene, sorgen für das Essen und flankieren etwas, sagt Sandbothe. Der Kern ist für ihn das Besondere des Treffs. „So etwas funktioniert auch nur in Wolbeck“, sagt er, der einen gewissen Überblick über solche Versuche in Münster hat. Formal hätte man Ähnliches auch mit Angestellten tun können, denkt Sandbothe: „Es hätte nicht den Charme, und es wäre teurer.“

Zum Jubiläum waren bis auf einen alle Gäste gekommen und ausnahmslos alle Helferinnen. Auch das, so Knuf, sei eine Premiere. Premieren und Weltpremieren gab es zuhauf bei Sketchen und Gesangseinlagen. Für alle zwölf Buchstaben von „Mittagstreff“ hatte Gabriele Knuf Begriffe mit passenden Anfangsbuchstaben gefunden: Von M wie Miteinander über E wie Ehrenamt bis F wie Fröhlich.

Die erste Feier im Jubiläumsjahr des Mittagstreffs war der zehnte Neujahrstreff. Das eigentliche Jubiläum ist im Mai. Folgen sollen unter anderem ein Radausflug für Helfer und eine Visite in der „Kiepe“.

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